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09.05.2011

Mordfall Stefanie P.: Keine Wende!

Im Wiener Mordprozess um die erstochene und zerstückelte Stefanie P. ist der am vergangenen Donnerstag von der Mutter des Angeklagten Philipp K. angekündigte Kronzeuge ausgeblieben.

Margit K. hatte versichert, ihr Sohn habe seine Ex-Freundin nicht getötet, sondern die Tat auf sich genommen, um sie, die Mutter, zu schützen. Ein von zwei Detektiven ausgeforschter Kronzeuge werde "die Tat klären".

Diesen Kronzeugen und die von der Mutter avisierte Wende in der Verhandlung gibt es aber offenbar nicht, wie eine mittlerweile durchgeführte Befragung des Landeskriminalamts mit einem der Detektive ergeben hat. "Ich habe keinen Zeugen, der diesen Beweis beibringen kann", verlas Richterin Sonja Weis am Montag im Straflandesgericht aus dem Protokoll. Weiters gab der Detektiv an, sein Verhalten gegenüber Margit K. sei davon geprägt, "ihr seelisches Gleichgewicht zu geben."

Nach dieser Verlesung wurden jene beiden Polizisten befragt, die unmittelbar am Tatort eingeschritten waren, nachdem Steffis Tante am Nachmittag des 2. Juli in Sorge um die 21-Jährige, die sie nicht telefonisch erreichen konnte, Alarm geschlagen hatte. Die Wohnungstür öffnete nicht Philipp K., sondern dessen Bekannter Oliver D., der nach einem Anruf des Angeklagten unmittelbar vor den Beamten eingetroffen war und dem der 23-Jährige laut Anklage das Verbrechen gestanden haben soll.

Bereits an der Tür fiel den Polizisten eine blutdurchtränkte, gegen die Wand gelehnte Matratze auf. Auf Befragen, was es damit auf sich habe, machte sich Philipp K. verdächtig, indem er angab, es handle sich dabei um "Regelblut meiner Freundin" bzw. habe er sich beim Einräumen des Geschirrspülers an der Hand verletzt und die Matratze offenbar auch mit seinem Blut benetzt.

Den Beamten erschien das unglaubwürdig. "Für uns war klar, dass etwas Furchtbares in dieser Wohnung passiert sein muss", erinnerte sich einer der zwei Streifenpolizisten im Zeugenstand. Philipp K. wurde festgenommen, während der ebenfalls am Tatort angetroffene Oliver D. die Wohnung verlassen konnte.

Ein Geschworener und Verteidiger Ernst Schillhammer verstanden dies nicht ganz. "Was hätten Sie gemacht, wenn der überhaupt gegangen wäre?", wunderte sich der Anwalt. Das sei seine "Entscheidung aus der Situation heraus" gewesen, antwortete der Inspektor.

APA/Red.



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