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03.05.2011

Prozess um zerstückelte Studentin gestartet

Unter regem öffentlichen Interesse hat im Wiener Straflandesgericht der auf vier Tage anberaumte Prozess im Mordfall Stefanie P. begonnen. Die 21-jährige Studentin soll in der Nacht auf 2. Juli 2010 in der Wohnung ihres Ex-Freundes Philipp K. von diesem mit Klebebändern gefesselt und mit Messerstichen getötet worden sein. Laut Anklage zerstückelte der Jusstudent schließlich den Leichnam.

Bereits eine halbe Stunde vor Verhandlungsbeginn hatten sich zahlreiche Medienvertreter vor dem Verhandlungssaal versammelt, darunter auch Bekannte des Angeklagten sowie des Mordopfers.

"Auffallende Persönlichkeitsstörung"
Der Staatsanwalt ersuchte zu Beginn des Verfahrens die Geschworenen, sich vom Äußeren des Angeklagten - der optisch an einen Mustergymnasiasten erinnerte - nicht täuschen zu lassen: "Er hat eine hochgradig auffallende Persönlichkeitsstörung. Er ist nicht in der Lage, sich in die Gesellschaft einzuordnen. Er ist selbstverliebt und hat einen Zug zu gewalttätigem Auftreten. Er hat eine egoistische, sexbesessene, aggressive Seite, die Sie hier nicht zu sehen bekommen werden. Stefanie P. hat sie zu spüren bekommen."

Die 21-Jährige dürfte dem erfolglosen Jus-Studenten verfallen gewesen sein. Die beiden hatten einander 2004 kennengelernt, von 2007 bis Jänner 2009 war sie seine Freundin. Danach, als er mit einer anderen jungen Frau liiert war, fungierte Stefanie P. als seine "Geliebte auf Abruf", wie Staatsanwalt Hannes Wandl in seinem Plädoyer ausführte. Der Ankläger schilderte die 21-Jährige als "psychisch labil", Philipp K. habe es verstanden, "das für sich auszunutzen".

Verdächtiger plädiert auf "nicht schuldig"
Am 1. Juli besuchte Stefanie P. ihren Ex-Freund in seiner Ein-Zimmer-Wohnung in Wien-Hietzing. Um 21.45 Uhr telefonierte sie dort noch mit ihrer Großtante, rund eine halbe Stunde später mit ihrer Mutter. Zwischen 22.30 Uhr und Mitternacht wurde sie dem Staatsanwalt zufolge getötet. "Sie war bei der Tat nackt und mit Klebebändern gefesselt und widerstandsunfähig", betonte der Anklagevertreter.

"Der Philipp hat Steffi geliebt, auf seine Weise", sagte Verteidiger Ernst Schillhammer in seinem Eingangsplädoyer. Sein Mandant habe seine Ex-Freundin tot neben sich vorgefunden, nachdem er nach der durchzechten Nacht aufgewacht sei. Die Leiche habe er im hauseigenen Müllraum entsorgt. Die Leiche sei schrecklich zugerichtet gewesen. "Das hätte Philipp Steffi nie angetan", so Schillhammer. K. bekannte sich in der Verhandlung "nicht schuldig".

(APA/ red)


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