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Anwalt klagt an

Rakhat Aliyev in U-Haft Opfer von Mitgefangenen

Der wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft sitzende ehemalige kasachische Botschafter Rakhat Aliyev wird im Wiener Strafvollzug offenbart wiederholt Ziel von Attacken und Übergriffen. Aliyev wurde bestohlen, erpresst und musste schließlich sogar in einen geschlossenen Haftraum verlegt werden, berichtet "Der Falter".


Ein vertraulicher Schriftverkehr zwischen Aliyevs Anwalt Manfred Ainedter und der Anstaltsleitung würde Erpressungen und Diebstähle anprangern, heißt es. Aliyev habe über Anwälte mehrere tausend Euro an Mitgefangene bezahlen müssen, um in Ruhe gelassen zu werden. Aliyev wurde daraufhin in einen geschlossenen Zwei-Mann-Haftraum verlegt worden. Wegen Selbstmordgefahr käme keine Einzelzelle in Frage.

Der Fall des ehemaligen Vize-Geheimdienstchefs Aliyev beschäftigt die österreichische Justiz und Politik seit Jahren. 2002 kam der damalige Schwiegersohn des autoritären Präsidenten Nursultan Nasarbajew als Botschafter nach Österreich. Anfang 2007 fiel Aliyev bei Nasarbajew in Ungnade.

Die kasachische Justiz verlangt seine Auslieferung wegen der Entführung zweier - später tot aufgefundenen - Bankmanager, die aber von Österreich zwei Mal aufgrund der Menschenrechtslage in der Ex-Sowjetrepublik abgelehnt wurde. Im Juli 2011 leiteten österreichische Behörden Ermittlungen gegen Aliyev ein, danach lebte der Ex-Botschafter unter dem Namen seiner Frau, Shoraz, in Malta.

Orte: Wien

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