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Vandale in Wiener Kirchen

Schönborn: "Sieht aus wie ein Bombenangriff"

Kardinal Christoph Schönborn besichtigte mit "Heute" eine der vier verwüsteten Wiener Kirchen, die Lazaristenkirche. "Es schaut hier aus wie in Syrien, wie nach einem Bombenangriff", so der entsetzte Kirchenfürst. Er will jetzt mehr Überwachungskameras in den Gotteshäusern installieren lassen.


In vi er Wiener Kirchen, darunter dem Stephansdom, waren unersetzliche Statuen zerstört worden. Im Dom war ein 37-jähriger Asylwerber aus Ghana zugange, möglicherweise sind ihm auch die anderen Vandalenakte zuzuschreiben.

DNA-Spuren werden ausgewertet
Derzeit werden die Spuren aus der Lazaristenkirche, der Pfarrkirchen Breitenfeld und Neuottakring ausgewertet. Ein DNA-Vergleich könnte Aufschluss darüber bringen, ob der Ghanaer auch hier zugeschlagen hat. Wegen des örtlichen und zeitlichen Zusammenhangs sowie der Vorgangsweise käme er infrage. Bei drei Vorfällen in Meidlinger Kirchen passt der Modus hingegen nicht, weshalb man bei der Polizei von einem anderen Täter ausgeht.

Mehr Überwachung um Gottes Willen
Pfarrer Eugen Schindler von der Lazaristenkirche ist traurig: "Nahezu alles in zerstört. Viele Statuen sind nicht mehr zu retten." Schönborn will jetzt mehr Überwachungskameras in den Gotteshäusern installieren lassen, damit sollen künftige Vandalenakte verhindert werden.

Der muslimische Asylwerber war bei seiner Aktion offenbar nicht ganz bei sich. Als die Polizisten ihn im Stephansdom schnappten, biss er um sich. Er soll noch einmal einvernommen werden. Dazu müssen ihn die Beamten aber erst finden. Der Mann ist in einem Asylheim gemeldet.

Dom-Vandale biss Shop-Angestellten
Im Stephansdom war sein erstes "Opfer" ausgerechnet die Statue des heiligen Judas Thaddäus, des Schutzpatrons der aussichtslosen Fälle. "Er hat den Heiligen runtergerissen und die Säule zerbrochen. Er hat auch noch versucht, das Herz-Jesu-Bild zu ergreifen", so Dompfarrer Toni Faber. Das konnte allerdings verhindert werden. Angestellte des Doms stürzten sich auf den 37-jährigen Ghanaer. Der Dom-Shop-Verkäufer musste wegen einer Bisswunde vom Amtsarzt untersucht werden.

In der Familienkirche Neuottakring wurde dem Jesus am Kreuz der Unterkörper abgeschlagen.

In der Familienkirche Neuottakring wurde dem Jesus am Kreuz der Unterkörper abgeschlagen.

Dom-Pfarrer Toni Faber bezeichnet den Mann als "Wahnsinnigen". Er habe sich "mit religiöser Musik in Stimmung" gebracht. Zeugen erschien der Mann als "psychotisch verengt" und von einer "inneren Bewegung ergriffen".

Diese Spur der Verwüstung zog der mutmaßliche Vandale:
  • In Breitenfeld wurden vier Statuen umgestürzt
  • Der Deckel des Taufbrunnens wurde zertrümmert
  • In der Lazaristenkirche wurden sämtliche Statuen im Kirchenraum beschädigt
  • Etliche Statuen wurden völlig zerstört
  • Der hölzerne Korpus eines Kruzifixes wurde heruntergerissen, die Arme abgeschlagen
  • Einer schweren steinernen Statue des Heiligen Vinzenz wurden die Finger abgeschlagen

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