Antworten von Kardinal Christoph Schönborn

Tränen der Trauer …

Kardinal Christoph Schönborn

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Vor drei Tagen im Büro. Eine Mitarbeiterin in Tränen. Warum? Was ist geschehen? So erfahre ich vom schrecklichen Flugzeugabsturz des Airbus A320 in den französischen Alpen. Selber Mutter von fünf Kindern sagt meine Mitarbeiterin: "Ich stelle mir die Eltern der Schulkinder vor, die eben jetzt die Nachricht von der Flugkatastrophe erhalten haben."

Hier sind Tränen der Trauer die einzig angemessene Antwort auf die erschütternde Nachricht: Mitgefühl mit den Angehörigen und Freunden der 150 Opfer. Es gehört zu den kostbarsten Fähigkeiten, die wir Menschen haben, sich in das Leid des anderen hineindenken zu können. Den Schmerz und die Trauer nachempfinden. Anteil nehmen am Kummer des Nächsten. Der Tod einer ganzen Schulklasse hat viele besonders tief berührt. Meine Mitarbeiterin erzählte mir, dass eines ihrer Kinder in wenigen Tagen ebenfalls eine Klassenreise per Flugzeug unternimmt.

Immer müssen wir uns sagen: Es hätte auch mich oder einen meiner Lieben treffen können! Immer, wenn ich nach einem Flug gelandet bin, spreche ich ein kleines Dankgebet. Und nie versäume ich es, beim Starten ein Kreuzzeichen zu machen und für alle, Piloten und Passagiere, um einen guten Flug zu beten. Jetzt aber bete ich mit vielen für die, die so plötzlich aus dem Leben gerissen wurden, und für ihre Hinterbliebenen. Und ich wünsche ihnen, dass sich in die Tränen ihrer Trauer ein Lichtstrahl der Hoffnung mischt.

Ein Flugbegleiter von Germanwings hat für seine toten Kollegen diese Hoffnung so getwittert: "Flugbegleiter sterben nicht. Sie fliegen nur höher hinauf." Dieser Tweet ging um die ganze Welt.

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