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Benedikt-Abschied

Voller Stephansdom und Pummerin feierten Papst

Die Amtszeit Benedikt XVI. ist seit Donnerstag um 20.00 Uhr offiziell vorbei. Anlässlich des Endes des Pontifikats fand im Stephansdom "Ein Abend für den Papst" mit einem Dankgottesdienst für den zurückgetretenen Pontifex statt. Rund 4.500 Gläubige kamen, um gemeinsam mit dem Botschafter des Hl. Vaters in Österreich, Nuntius Peter Stephan Zurbriggen zu feiern und zu beten.
Dazu gab die Pummerin 15 Minuten ihr Bestes!

Der Botschafter des Papsts in Österreich, Nuntius Zurbriggen, leitete den Gottesdienst in Abwesenheit von Kardinal Christoph Schönborn, der sich zurzeit beim bald startenden Konklave in Rom aufhält. In acht Sprachen – neben Deutsch, Englisch und Französisch waren auch Kroatisch, Polnisch, Malayalam, Tagalog und Arabisch vertreten – wurde in den Fürbitten für den scheidenden Papst, seinen Nachfolger und dessen Wahl und alle Mitglieder der Kirche gebetet.

"Ausdauer und Zielstrebigkeit"
In seiner Predigt betonte Zurbriggen, dass das Pontifikat Benedikts XVI. in eine schwere Zeit gefallen sei. Die Schwierigkeiten habe der zurückgetretene Papst in seiner Zeit als Kardinal selber benannt und von "der Diktatur des Relativismus" gesprochen. Die Gläubigen seien am Tag seines Rücktrittes zusammengekommen, um Gott für das Pontifikat Benedikt XVI. "mit aufrichtigem Herzen aber mit einer gewissen Wehmut" zu danken.

In Treue, Gehorsam und Demut habe Benedikt XVI. die Kirche geführt und sei nicht müde geworden, "mit Ausdauer und Zielstrebigkeit den wahren Glauben zu verkünden und uns alle in diesem wahren Glauben zu bestärken", so der Nuntius. Der entscheidende Punkt für das richtige Verständnis seines Pontifikates sei der von Benedikt XVI. oft selber formulierte "Primat Gottes". "Gott muss diesen ersten Platz in unserem Leben einnehmen", erklärt Zurbriggen, was mit "Primat Gottes" gemeint ist. Am Schluss seiner Predigt, rief er noch einmal alle Gläubigen auf, für den scheidenden und den zukünftigen Papst zu beten.

"Ausverkauftes" Haus
Eine halbe Stunde vor Beginn des Dankgottesdienstes waren die meisten Sitzplätze im Stephansdom bereits besetzt. "Der Papst gibt mir sehr viel. Ich bewundere seine Religiosität und sein Gottvertrauen sehr", sagte die 78-jährige Maria aus Wien den Tränen nahe. Auch zahlreiche junge Leute kamen, um sich von Benedikt XVI. zu verabschieden.

"Ich bin hier, weil ich den Hl. Vater sehr schätze", so die 24-jährige Pharmazie-Studentin Mirjam. "Er ist ein Hochintellektueller und hat es trotzdem immer wieder geschafft, die Botschaft des Glaubens in einfachen Worten zu fassen", stimmt Mirjams Freund, der 25-jährige Michael, zu. Beide seien über den Rücktritt des Papstes traurig, haben aber den größten Respekt vor seiner Entscheidung.

Die Pummerin läutete
Um Punkt 20.00 Uhr läutete die Pummerin gemeinsam mit den Glocken aller österreichischen Pfarr- und Klosterkirchen das Ende der Amtszeit von Benedikt XVI. und den Beginn der Sedisvakanz des Hl. Stuhls ein. Im Anschluss an den Gottesdienst segnete Nuntius Zurbriggen ein Bildnis von Johannes Paul II., dem Vorgänger Benedikt XVI. Das im Auftrag der Dompfarre vom Wiener Künstler Bernd Fasching geschaffene Werk hat seinen Platz vor der Eligiuskapelle gefunden.

Seinen Abschluss fand der Abend in einer Gebetszeit. Bis 21.30 Uhr hatten die Gläubigen die Gelegenheit, gemeinsam mit einem Team der Erzdiözese Wien zu beten. Karten standen bereit, um sich entweder beim scheidenden Papst zu bedanken oder Wünsche, Bitten und Gebete an den künftigen Papst zu richten.

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