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28.04.2010

Was noch ein Glück ist

Zwar hat die Tante Jolesch gewarnt: „Gott soll schützen vor allem, was noch ein Glück ist“. Aber manchmal tut Glück im Unglück auch gut.

Das Unglück ist, dass es in unserem lieben Österreich immer noch Menschen mit der Gesinnung einer Barbara Rosenkranz und ihres wackeren Gatten Horst gibt. Dabei ist Frau Rosenkranz Jahrgang 1958!

Dafür beruft sie sich auf die Schullehrpläne in den 1960ern, was ihre angeblichen Wissenslücken über die Nazizeit betrifft.

Und jetzt zum kleinen Glück, das wir dieser Tage auch erleben durften: Frau Rosenkranz hat bei Weitem nicht so viele Stimmen bekommen, wie ihre Parteifreunde sich von ihr erhofft hatten.

Wohltuend fand ich auch, dass niemand auf die originelle Idee gekommen ist, die Parole „Frauen in die Politik“ zu strapazieren. Wenn die arme Frau Rosenkranz also in der Schule so gar nichts über die Nazizeit erfahren durfte, irgendwo muss sie wenigstens etwas über die Germanen gelernt haben.

Sonst hätte sie ihre zehn Kinder nicht Mechthild, Hildrun, Sonnhild, Volker, Hedda, Wolf, Alwine, Ute, Arne und Horst … äh, getauft, hätte ich fast geschrieben … Wie mag diese Frau mit dem stets kämpferisch vorgereckten Kinn sich nach ihrer Blamage jetzt fühlen?

Na, egal, ihr Salär als Landesrätin, das sie selbst mit lumpigen 5800 Euro NETTO als „sehr erklecklich“ bezeichnet, wird ihr schon ein Trostpflästerchen sein.

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