3 Jahre Haft Wien

Burschen absichtlich mit HIV infiziert

Burschen absichtlich mit HIV infiziert

Das Paar muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten (© Fotolia.com)

Richter Urteil Hammer
Ein 35-jähriger Mann, der zwei junge Burschen wissentlich mit dem HI-Virus infiziert hatte, ist am Freitag im Wiener Straflandesgericht wegen Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden.

Der Mann muss den beiden Opfern außerdem 5.600 bzw. 4.800 Euro an finanzieller Wiedergutmachung bezahlen. Einer der Burschen, ein 20-Jähriger hatte sich bei seinem „ersten Mal“ beim 35-Jährigen, der seit mehreren Jahren HIV-positiv ist, angesteckt. Der Angeklagte soll dem Burschen seine Erkrankung verschwiegen haben, als er ihn im November 2009 von einer Szene-Bar mit nach Hause nahm und dort ungeschützten Sex praktizierte.

Angeklagter bestreitet Vorwürfe
Der Angeklagte hatte die gegen ihn gerichteten Vorwürfe vehement bestritten. Beim 20-Jährigen habe er ein Kondom verwendet. Im zweiten Fall, der sich laut Anklage nur wenige Monate später zutrug, sei das vorgebliche Opfer zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs bereits selbst HIV-positiv gewesen, weshalb man einvernehmlich auf Schutzmaßnahmen verzichtet habe.

Die Strafe müsse deswegen streng ausfallen, „weil diese Krankheit zwei junge Menschen ihr Leben lang begleiten wird“. Selbst wenn die Erkrankung noch nicht im vollen Umfang ausgebrochen sei, „ist sie mit nicht unbeträchtlichen Nebenfolgen und einer gewissen Stigmatisierung verbunden“, gab die Richterin in der Urteilsbegründung zu bedenken. Wie der Gerichtsmediziner klarstellte, ist eine Infektion mit dem HI-Virus in jedem Fall mit einem schweren Leber- oder Nierenleiden.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Farid Rifaat meldete volle Berufung an.


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1 Kommentar
AK1976 Newcomer (4)

Antworten Link Melden 0 am 31.08.2014 10:47

Tja, so kann man in Österreich unschuldig verurteilt werden!
Es gab bei dem Prozess keinen einzigen Beweis für eine Übertragung des Angeklagten auf die vermeintlichen Opfer!
Unteranderem wurde der Beschuldigte auf falsche Zeugenaussagen und ein falsch interpretiertes Gutachten verurteilt.
Im konkreten Fall stand "Aussage gegen Aussage", trotzdem wurde der Beschuldigte verurteilt.
Naja, vom Gericht bekommt man nicht recht sondern ein Urteil!

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