Kinolandschaft im Umbruch Wien

Gloriette-Kino sperrt zu, neuer Saal fürs Haydn

Gloriette-Kino sperrt zu, neuer Saal fürs Haydn

Kinobesucher (Symbolbild): Viele traditionsreiche Lichtspieltheater haben in den vergangenen Jahren in Wien zugesperrt (© Fotolia)

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Kinobesucher (Symbolbild): Viele traditionsreiche Lichtspieltheater haben in den vergangenen Jahren in Wien zugesperrt

Wiens Kinolandschaft befindet sich im Umbruch: Im Februar sperrt das Gloriette-Kino in Penzing zu, das Kepler-Kino in Favoriten ist bereits geschlossen. Das englischsprachige Haydn-Lichtspieltheater hingegen baut aus.

Das Metro Kino in der Inneren Stadt sperrt am Montag ebenfalls zu. Die gute Nachricht: Das Lichtspielhaus wird lediglich umgebaut, im Herbst soll es als "innerstädtischen Filmkulturzentrum" wiedereröffnen.

Im Gloriette-Kino in Penzing fällt der Vorhang im Februar hingegen für immer. Das Kepler Kino in Favoriten hat bereits für immer seine Pforten geschlossen. Das Stadtkino liebäugelt mit einem Umzug ins Künstlerhauskino.

Kahlschlag in den vergangenen Jahren
Schon in den vergangenen Jahren haben mit dem Flotten-Kino, dem Tuchlauben-Kino oder dem Auge Gottes langgediente Häuser zugesperrt, auch die Breitenseer Lichtspiele unweit vom Gloriette Kino stehen seit Jahren kurz vor dem Zusperren.

Einziger Gewinner ist das englischsprachige Haydn-Kino: Die Institution auf der Mariahilfer Straße baut aus und bekommt einen Saal dazu.

"Überkapazitäten"
Für Werner Müller vom Fachverband der Film- und Musikindustrie ist das nicht der einzige Grund, schließlich würden die Betreiber auch von Stadt und Bund und neuerdings - auf freiwilliger Basis - von den Verleihern beim Umbau unterstützt. "In Wien hat es Überkapazitäten gegeben", so Müller, "auch das Cineplexx Reichsbrücke hat ja zuletzt zugesperrt."

In Wien ist die Zahl der Kinos seit 1988 von 59 auf 36 geschrumpft, dafür ist der Digitalisierungsgrad mit weit über 50 Prozent schon sehr hoch. Müller rechnet damit, dass bis Ende des Jahres die meisten Kinos zumindest ihre Digitalisierungsabsicht bekundet haben werden - ansonsten verfällt der Anspruch auf öffentliche Unterstützungen.

Innerstädtisches Filmzentrum
Auf öffentliche Unterstützung muss indes das Metro Kino bei seinem Umbau verzichten, der die Beletage über dem bisherigen Saal in einen zweiten, multifunktional verwendbaren Saal verwandeln soll. Die rund 300 Quadratmeter große Fläche wird laut Ernst Kieninger vom Filmarchiv Austria, dem Eigentümer des Kinos, künftig für eine kombinierte Bespielung aus Film und Ausstellung nutzbar sein.

Eröffnet soll das "innerstädtische Filmkulturzentrum" mit der Viennale werden, die künftig möglicherweise dafür auf ein anderes seiner Kinos verzichten muss. Es ist kein Geheimnis, dass das sanierungsbedürftige Wiener Stadtkino Interesse an einer Übersiedelung ins Künstlerhauskino hat - offiziell schweigen die Institutionen aber noch zu diesen Plänen.

APA/red.

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