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12.01.2012

Estibaliz C.

Kindesentziehung wegen "Gefahr im Verzug"

Estibaliz C. (32)

Estibaliz C. steht unter ständiger Beobachtung (© APA (Eggenberger))

Rudolf Mayer, Verteidiger der im Kellerleichen-Fall verdächtigen Estibaliz C., hatte es bereits vermutet: Das zuständige Jugendamt (MA 11) hat der 32-Jährigen ihren Sohn unmittelbar nach der Geburt wegen "Gefahr im Verzug" entzogen. Das berichten zumindest die Krone in ihrer Freitagsausgabe.

Laut einer weiteren österreichischen Zeitung hat die MA 11 dem Kaiser-Franz-Josef-Spital, wo Estibaliz C. von ihrem Sohn entbunden worden war, diese Anweisung schriftlich gegeben und darüber hinaus angeordnet, dass das Baby nur Mitarbeitern des Amts ausgehändigt werden dürfe. In dem Schreiben stehe ausdrücklich, dass "eine Gefährdung des Kindes durch die Mutter bestehe", berichtet das Blatt unter Berufung auf einen Insider.

Der Vater des Buben, der 47-jährige Roland R., übte heftige Kritik an dieser Entscheidung: Ihn wundere, "dass in Österreich theoretisch die Unschuldsvermutung gilt, praktisch aber nicht". In der Untersuchungshaft gelte man doch als schuldlos. "Und glauben, was vielleicht passiert, kann man in der Kirche. Es heißt ja auch, dass Esti dem Kind etwas antun könnte. In ihrem Spitalzimmer sind drei Justizbeamte mit Schusswaffen. Was soll man da bitte einem Baby antun können?"

Estibaliz C.'s Verteidiger Rudolf Mayer hat nach eigenen Angaben eine Beschwerde beim Pflegschaftsgericht wegen der Abnahme des Babys eingebracht und seinen Kollegen Karl Bernhauser zur Einbringung einer Verfassungsgerichtshofsbeschwerde zugezogen. Mayer vertritt den Standpunkt, dass das Jugendamt eine Zwangsmaßnahme ohne Rechtsgrundlage gesetzt habe.

Estibaliz C. steht im Verdacht, 2008 ihren deutschen Ex-Mann und 2010 ihren Ex-Liebhaber getötet zu haben. Die zerstückelten Leichen der beiden Männer waren Anfang Juni 2011 im Keller ihres Eissalons "Schleckeria" in Wien-Meidling von Bauarbeitern entdeckt worden.

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