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31.01.2012
Rührende Begegnung
Estibaliz C. hat Sohn zum ersten Mal gesehen
Die Großmutter (li.) und "Estis" Ehemann, der 47-jährige Ronald R. (© Sabine Hertel)
Am Montag Vormittag durfte die des zweifachen Mordes verdächtige Estibaliz C. zum ersten Mal ihren Sohn Rolando im Gefängnis in der Josefstadt für eine Stunde sehen. Der Vater des Buben war dabei.
Das Treffen im Gefängnis fand in der Früh zwischen 8.00 und 9.00 Uhr statt. Estibaliz C. durfte ihren Sohn in die Arme nehmen, das heißt, es war keine Glaswand zwischen ihr und dem Baby.
Derzeit hat der 47-jährige Rolandos Papa das Kind bei sich, die Obsorge liegt beim Jugendamt. Wem diese letztlich übertragen wird, entscheidet das Bezirksgericht.
Diskussionen nach der Geburt
In der ORF-Sendung „Club 2“ sagte Anwalt Werner Tomanek, dass seine Mandantin und der Kindesvater eine gemeinsame Obsorge anstreben. Das Kind soll demnach jeweils ein paar Wochen bei dem 47-Jährigen verbringen, der die 32-Jährige demnächst heiraten will. Dann soll das Baby für eine oder zwei Wochen zur Mutter in die Untersuchungshaft kommen.
Estibaliz C. wusste vorab nichts über Kindeswegnahme
Der Frau war das Baby - angeblich wegen „Gefahr im Verzug“ - unmittelbar nach der Niederkunft abgenommen worden. Sie soll über die genauen Umstände der Entbindung nicht vorab informiert worden sein. „Das deckt sich mit meinen Informationen“, kommentierte Tomanek entsprechende Gerüchte. Demnach soll seine Mandantin in Bezug auf das Baby weder von einem „Ausfolgeverbot“ noch davon gewusst haben, dass eine Kaiserschnittgeburt geplant war.
Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hatte dagegen zuvor betont, die Abnahme des frühgeborenen Kindes wäre primär aus medizinischen Gründen erfolgt. Der Bub sei ins Preyer’sche Kinderspital verlegt worden, weil dort eine kinderfachärztliche Abteilung existiert, auf der unverzüglich die nötigen Untersuchungen durchgeführt worden.
Prozesstermin noch nicht fix
Estibaliz C. steht im Verdacht, ihren Ex-Mann und einen ehemaligen Freund ermordet und im Keller unter ihrem Eissalon in Wien-Meidling eingemauert zu haben. Als die Toten Anfang Juni 2011 zufällig gefunden wurden, setzte sich die gebürtige Spanierin kurzzeitig nach Italien ab und wurde in Udine festgenommen.
Es gibt noch „keine fertige Anklage und damit keinen Prozesstermin“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, auf Anfrage.
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