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03.02.2012

Schwangere abgewiesen

"Eindeutiger Fehler der AKH-Ärztin"

AKH

"Die Patientin hätte ohne Untersuchung nicht abgewiesen werden dürfen" (© Archiv)

In dem Fall einer schwangeren Patientin, die in Wien in Spitälern abgewiesen worden war und schließlich ihr Kind verlor, spricht laut einem Bericht der Tageszeitung Kurier die Leiterin der Magistratsabteilung 40 (Sozial-und Gesundheitsrecht) von gravierenden Fehlern im Wiener AKH. Diese beträfen vor allem die Kommunikation mit der Hilfesuchenden.

Die Frau war wegen Blutungen in der Frühschwangerschaft zunächst in das Krankenhaus "Göttlicher Heiland" in Wien-Hernals gekommen, dort untersucht worden und für den nächsten Tag zu einer Kontrolle eingeladen worden. Die Frau kam nicht zurück. Die Schwangere ging stattdessen ins AKH, wurde dort an der Universitäts-Frauenklinik (Leitung: Peter Husslein) nicht aufgenommen und kam schließlich in die Wiener Rudolfstiftung. Sie verlor ihr Kind.

"Diese Abfertigung im AKH war nicht in Ordnung"
Die MA40 untersucht die Angelegenheit. Deren Leiterin, Renate Christ, gab der Wiener Tageszeitung ein Interview. Darin stellt sie unter anderem fest: "Es ist im AKH eindeutig zu einem Fehler der Ärztin, die das Gespräch mit der Patientin geführt hat, gekommen. Die Patientin hätte ohne Untersuchung nicht abgewiesen werden dürfen. Die Ärztin hätte zwei Möglichkeiten gehabt, richtig zu handeln, nachdem die Schwangere ihre Blutungen erwähnt hatte: Entweder hätte sie die Patientin selbst untersuchen müssen oder sie hätte sich die Untersuchungsergebnisse vom 'Göttlichen Heiland' faxen lassen müssen. Beides ist unterblieben und die Patientin wurde ohne Abklärung ihrer Probleme abgewiesen. Diese Abfertigung im AKH war nicht in Ordnung."

Dies - so Renate Christ - würde zu disziplinarrechtlichen Schritten führen. Man verlange vom AKH eine "formalisierte Check-Liste für Arzt-Patienten-Gespräche". Es sei auch zu in der Dokumentation zu "gravierenden Fehlern" gekommen. Gerade an der Universitäts-Frauenklinik der MedUni Wien am AKH wird seit Jahren das Qualitätsmanagement mit Check-Listen und Leitlinien propagiert. Experten dieser Klinik traten damit auch regelmäßig als Proponenten solcher Aktivitäten auf. Der Chef des Wiener AKH, Reinhard Krepler, hat sich gegenüber der betroffenen Frau entschuldigt und vor rund einer Woche von einer "Fehleinschätzung" gesprochen.

Häupl: "Der Fall ist furchtbar"
Im Kurier erklärt dazu Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S): "Der Fall ist furchtbar. Das erschüttert mich zutiefst. In einem der besten Gesundheitssysteme der Welt darf so etwas nicht passieren." Experten hatten zu dem Fall unter anderem erklärt, dass solche Schwangerschaftskomplikationen für Kliniken Routine seien und man gemeinsam mit den Betroffenen nach Abklärung das weiter Vorgehen beschließe. In einer Schwangerschaft um die 13. Woche ist ein therapeutisches Eingreifen bei Blutungen derzeit nicht möglich.

APA/red

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2 Kommentare von unseren Lesern

0

Grantscherbe... (267)
04.02.2012 07:54

oOOH
Jetzt wundern sich alle über den Vorfall im AKH und sind entsetzt. Ich sag euch was: Dort wird schon lange so mit Patienten umgegangen. Ich wollte mich als Schwangere mit vielen Risiken dort zur Entbindung anmelden und es wurde mir DEUTLICH zu verstehen gegeben, daß man keine Anmeldung wünscht. Ich hätte drauf bestehen können, aber wer geht schon in ein KH, wo man nicht erwünscht ist? Schließlich hab ich mich in der Rudolfstiftung angemeldet, wurde erstklassig betreut, auch nachdem mein Kind in der 31. Woche zur Welt kam. Das AKH ist ein einziger Witz. Das ist kein Kranenhaus, sondern ein Krankenverarschhaus.

0

Gabilajn (2)
03.02.2012 23:24

scheiß akh
die frau tut mir sehr leid und ich hoffe für sie das sie eine entschädigung bekommt auch wenn sie das baby nicht mehr zurückholen kann scheiß akh


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