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20.02.2012
Bilder von Neugestaltung
So sieht das Sacher nach dem "Facelift" aus
"Das Sacher ist das Sacher geblieben. Das Gefühl, in einem traditionellem Haus zu sein, ist da. Nur das, was man sich von einem Luxuszimmer erwartet, ist erfüllt", erklärte Geschäftsführerin Elisabeth Gürtler am Montag.
Die Adaptierung der Zimmer bildete den letzten Abschnitt einer mehrjährigen Bauphase, die 2005 mit der Aufstockung des Daches eingeläutet worden war. Die Räume in den neuen Geschoßen, die moderner waren als jene in den unteren Stockwerken, gefielen den Gästen: "Wie wir gesehen haben, dass das allseits gut ankommt, haben wir uns entschlossen, da müssen wir etwas tun."
Badezimmer vergrößert
Hauptthema bei den Renovierungsmaßnahmen war laut Gürtler, "dass ein Gast heute ein Hotel in erster Linie danach bemisst, wie die Badezimmer sind". Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden Wände verschoben und Raumgrößen verändert: "Wir mussten die Badezimmer größer machen - zulasten der Zimmer." Damit das der Gast nicht spüre, haben man sich "architektonisch einiges einfallen lassen", so Gürtler. Es wurde unter anderem mit Spiegeln gearbeitet, mit Schiebewänden in den Badezimmern oder aus zwei Zimmern eines gemacht.
Bei den Arbeiten wurde schrittweise vorgegangen. Zunächst wurde der erste Stock umgestaltet, das Ergebnis fiel aber nicht optimal aus: "Wir haben gesagt, das ist zu viel Verlust an Tradition und wir machen es ein bisschen anders. Es war wirklich ein Herantasten: Was ist die Erwartung unserer Gäste? Wie erfüllen wir sie noch und ihren Anspruch an Luxus, an 'zeitgemäß', aber trotzdem auch an Tradition? Das ist keine leichte Aufgabe." Was im "Probestock" nicht gefiel: Zu gewagt, zu modern, zu viele Spiegel.
Zwei Generationen sind zufrieden
Mit dem Endergebnis ist Gürtler nun aber zufrieden: "Ich finde es sehr, sehr schön, weil es auch noch meine Welt ist. Aber es ist auch die Welt meiner Tochter. Und das ist immer eine gute Kombination, wenn zwei Generationen sich mit einer Sache identifizieren können." Statt Teppichböden befindet sich nun Parkett in den Zimmern. Die Farbgebung ist mit u.a. Creme, Mintgrün oder Taupe heller als zuvor. Die vergrößerten Badezimmer sind aus Marmor und verfügen über Badewanne und Dusche, in die Spiegel wurden Fernseher eingebaut. Das Interieur besteht aus alten Stücken und neuen Möbeln. An den Wänden hängen historische Gemälde aus der hauseigenen Sammlung.
Auch die Gänge wurden bei dem - "Sacher in Motion" genannten - Veränderungsprozess verändert. Wo sich früher dunkelrote Teppiche und mahagonifarbene Türen befanden, dominieren nun die Farben Taupe und Creme. Im Erdgeschoß blieb alles beim Alten. In der Lobby erinnern dunkel getäfelte Wände und antike Möbel an alte Traditionen. Die Bauarbeiten sind fast abgeschlossen. Im ersten Stock muss noch der Teppich ausgetauscht werden. Im siebenten Stock wird außerdem eine Terrasse verkleinert. Stattdessen wird ein Salon zugebaut, mit dem zwei Suiten verbunden werden sollen.
Operation am "offenen" Herzen
Der Umbau erfolgte bei laufendem Betrieb - umso größer ist nun die Freude der Hausherrin über das Ende: "Wir werden sehr dankbar und sehr glücklich sein, dass wir irgendwann einmal keine Arbeiter mehr hier haben, keinen Schmutz. Wir haben jetzt immerhin sieben Jahre mit Schmutz, Staub, Wasserrohrbrüchen, größeren und kleineren Katastrophen gelebt." Neu sind nicht nur die Zimmer selbst, sondern auch ihre Preise: Sie wurden im Rahmen der Inflation angehoben. Ein Superior-Doppelzimmer gibt es ab 460 Euro pro Nacht. Für die Präsidentensuite sind mindestens 5.380 Euro pro Nacht zu berappen.
1876 eröffnet
Das Hotel Sacher Wien wurde 1876 von Eduard Sacher eröffnet. Seit 1934 wird das Hotel von Mitgliedern der Familie Gürtler geführt. Seit 2005 verfügt das Hotel über zwei zusätzliche Dachgeschoße mit 42 Zimmern sowie einen Spa-Bereich. Im Zuge der damaligen Bauarbeiten wurden der gesamte Kellerbereich erneuert sowie Statikmaßnahmen durchgeführt. In dem Fünf-Sterne-Superior-Hotel gibt es nun insgesamt 86 Zimmer und 63 Suiten. Drei Räume fielen den Adaptierungsarbeiten zum Opfer. Der Umbau der Zimmer kostete rund 15 Mio. Euro.
APA/red
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