Umgestaltung des Neuen Markts Wien

Anrainer entscheiden über Millionen-Projekt in City

Ursula Stenzel

Ursula Stenzel, Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt

Ursula Stenzel

Ursula Stenzel, Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt

Die Wiener City soll ein neues Gesicht erhalten - zumindest ein Teil davon: Der Neue Markt wird autofrei und erhält dafür eine Tiefgarage. Auch der Albertinaplatz wird umgebaut und verkehrsberuhigt, die Seilergasse wird großteils Wohnstraße. Vorher werden jedoch die Anrainer befragt, ob sie das auch alles wollen.

Die Maßnahmen sollen das betreffende Viertel vom Autoverkehr entlasten - aber auch die Kärntner Straße von den Fußgänger-Massen. Denn die nun zur Umgestaltung anstehende Achse verläuft ziemlich genau parallel dazu. Sowohl Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel als auch SPÖ-Chef Georg Niedermühlbichler zeigten sich heute zuversichtlich, dass die geplante Befragung eine Zustimmung bringen wird.

Stenzel: Stadt soll 90 Prozent der Kosten tragen
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 34 Mio. Euro. Der absolute Löwenanteil wird jedoch vom privaten Garagenerrichter getragen. Auf die öffentliche Hand entfallen "nur" rund 800.000 Euro, wie heute betont wurde. Stenzel wünscht sich laut eigenen Angaben, dass die Stadt davon mindestens 90 Prozent trägt und der Bezirk den Rest. Der Obmann der City-SPÖ, Georg Niedermühlbichler, betonte, dass das Großvorhaben relativ rasch umgesetzt werden könnte.

Anrainer werden befragt
Denn die rund 6.000 Briefe an die Anrainer werden ab sofort verschickt - und können bis zum 17. März zurückgesendet werden. Falls das "Ja" eine Mehrheit erhält, für das Politiker laut eigenen Angaben werben wollen, könnten die Arbeiten laut Niedermühlbichler sofort starten und innerhalb von zweieinhalb Jahren abgeschlossen werden.

Auch berühmter Brunnen wird restauriert
Mit den am Dienstag präsentierten Plänen könnte eine seit vielen Jahren laufende Debatte um das betreffende Viertel beendet werden. Das Straßenbild dort war zuletzt vor allem von Reisebussen und Parkplatzsuchern geprägt. Dazu kamen diverse Bauvorhaben am Neuen Markt. Dort soll künftig wieder der berühmte, von Georg Raphael Donner zwischen 1737 und 1739 errichtete Providentia-Brunnen im Mittelpunkt stehen. Er wird ebenfalls restauriert.

Günstigere Tiefgaragenplätze für Anwohner
In der Tiefgarage soll es günstigere Plätze für Bewohner geben. Insgesamt wird die unterirdische Parkfläche über 350 Stellplätze verfügen. Das seien mehr, als an der Oberfläche verloren gehen, hieß es. "Die Situation am Neuen Markt war zuletzt unerträglich, das soll sich nun ändern", erklärte Stenzel - die einem früheren Garagenprojekt auf dem betreffenden Platz äußerst skeptisch gegenüberstand.

Falls das "Ja" häufiger angekreuzt wird: Der neue Neue Markt wird in diesem Fall auch der Kapuzinergruft mehr Platz bringen, wenn auch nicht unter der Erde, sondern an der Oberfläche. Denn der Zugang zur beliebten Touristenattraktion soll großzügig umgestaltet werden. Am Albertinaplatz und am angrenzenden Helmut-Zilk-Platz sollen unter anderem die Gehsteige verbreitert werden.

FPÖ staunt über geplante Garage
Die im Projekt enthaltene Tiefgarage regt die Freiheitlichen auf. Bezirksvorsteherin Stenzel habe 2005 die Wahl mit dem Slogan "Nein zur Garage unterm Neuen Markt" gewonnen, erinnerte der Klubchef der FPÖ-Innere Stadt, Georg Fürnkranz, in einer Aussendung. Eine Umfrage aus dem Jahr 2006 habe dann eine klare Ablehnung der Garage ergeben.

APA/red.


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