Schlag gegen Auto-Mafia Wien

Rekord-Dieb hat per Rad 138 Autos gestohlen

Autodieb

Der Rekord-Dieb trieb vor allem in Ottakring und Hernals sein Unwesen (© Fotolia.de)

Johanna Mikl-Leitner

Die Innenministerin freute sich über den Schlag gegen den organisierten Autodiebstahl

Wiener Autobesitzer dürfen nun aufatmen: Dem Landeskriminalamt ist ein dicker Fisch der Auto-Mafia ins Netz gegangen. Ein 50-jähriger Mazedonier, der mindestens 138 Pkw aus der Bundeshauptstadt gestohlen und diese in Richtung Osteuropa verschifft hat, wurde festgenommen.

Autodieb Mazedonier

Fahndung noch nicht abgeschlossen: Gehen weitere Autodiebstähle auf das Konto des 50-Jährigen?

Der Rekord-Dieb soll Mitglied einer tschechischen Bande sein, die es vor allem auf dunkle VW Golf und Skoda abgesehen haben soll, wie Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Montagvormittag im Rahmen einer Pressekonferenz berichtete. In Zusammenarbeit mit der Exekutive in Tschechien konnte der 50-Jährige nun auf frischer Tat gefasst werden.

Mit dem Fahrrad unterwegs
Nur dank seiner Gewohnheiten sei man dem Täter auf die Spur gekommen. Der Mazedonier mietete sich bei seinen Diebestouren stets in einem billigen Hotel im 17. Wiener Bezirk ein. Nach 2 Uhr früh begab er sich dann auf einem Fahrrad auf die Suche nach geeigneten Objekten. Der 50-Jährige knackte die Autos und stellte sie daraufhin wo anders ab. Erst am Tag danach fuhr der Mann mit den Fahrzeugen nach Tschechien.

Autodieb

Oberst Georg Rabensteiner (links) und Chefinspektor Fritz Bammer erklären den On-Board-Diagnose-Stecker, mit dem der Verdächtige die Fahrzeuge in Betrieb nehmen konnte

Ottakring und Hernals im Visier
Auf diese Art und Weise konnte der 50-Jährige mindestens 138 Autos stehlen - wobei seine Opfer ihre Fahrzeuge zumeist in Ottakring und Hernals parkten. Der Schaden liegt bei mehr als 500.000 Euro. Beim Durchsuchen des Hotelzimmers des Mannes konnte professionelles Werkzeug sichergestellt werden. Auch tschechische Papiere für die Autos wurden gefunden.

Die Jagd nach Mitgliedern der Bande begann bereits im Jänner 2010, im November des gleichen Jahres wäre beinah eine Verhaftung geglückt. Der Verdächtige konnte allerdings mit einem Zeitungskurier-Fahrrad flüchten.

Autodieb

Das Werkzeug des Täters

Fahndung läuft weiter
Die Ermittler gehen davon aus, dass die gestohlenen Fahrzeuge von Tschechien aus nach Serbien, Kroatien oder in den Kosovo verschoben wurden. Vermutlich wurden die Autos dort dann ausgeschlachtet. Die Ermittlungen sind noch im Gange.


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