Gegen Antisemitismus Wien

Lueger-Denkmal wird "gekippt"

Nach dem Bekanntwerden der Umbenennung des Lueger-Rings tritt nun auch eine andere, schon länger geplante Aktion in Kraft. Bereits 2010 wurde ein Entwurf für die Umgestaltung des Lueger-Denkmals in Auftrag gegeben. Nach Verzögerungsaktionen seitens der Stadt Wien sollen nun endlich Taten folgen und das Lueger-Denkmal gekippt werden.

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Der prämierte Umgestaltungsentwurf von Klemens Wihlidal sieht vor, Statue und Sockel um 3,5 Grad nach rechts zu neigen. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass der Entwurf die Unsicherheit der Stadt Wien im Umgang mit Karl Lueger verdeutliche und den aktuellen Stand der Diskussion zeige. Die Schieflage verweist auf den problematischen Umgang der Stadt Wien mit ihrer antisemitischen Vergangenheit. Durch den Eingriff wird der vertikale Charakter des Monuments gebrochen und der Mythos um Lueger als Vaterfigur Wiens hinterfragt.

Lueger (1844 bis 1910) sei nicht nur ein "kommunaler Erneuerer" gewesen - der frühere Wiener Bürgermeister hatte kommunale Dienstleistungen wie die Wasser- und Energieversorgung und das Straßenbahnnetz von Grund auf neu organisiert -, sondern gelte auch als "Begründer des modernen Antisemitismus", so Mailath-Pokorny, Wiener Stadträtin. Außerdem gebe es Belege für die Wissenschaftsfeindlichkeit des ehemaligen Stadtoberhaupts, wonach er etwa Universitäten als "Brutstätten der Religions- und Vaterlandslosigkeit" verunglimpft habe.


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