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04.05.2012

Skandal regt auf

So entkam der flüchtige Vergewaltiger der Justiz

Flucht aus dem Heeresspital  Vergewaltiger

Der Fluchtweg: Erst kletterte der Vergewaltiger aus dem Fenster, dann über die Regenrinne und den Zaun und spazierte danach vom Gelände (© APA)

Ganz Wien sucht nach dem gefährlichen Vergewaltiger, dem am Donnerstag die Flucht aus dem Heeresspital in Floridsdorf gelang. Bei einem Toilettengang nutzte Martin K. die Chance, und nahm aus der Haft Reißaus.

Vergewaltiger

Der gesuchte Vergewaltiger Martin K. (© Justizanstalt)

"Ich muss auf's Klo", erklärte K. den beiden Justizwachebeamten, die den Vergewaltiger zu einer Kontrolluntersuchung ins Heeresspital der Van-Swieten-Kaserne in Wien-Floridsdorf brachten. Als der Wache haltende Aufpasser die Klospülung hörte, war es bereits zu spät: K. war aus dem Fenster im zweiten Stock geklettert, hatte sich über die Regenrinne abgeseilt, war über einen Zaun gesprungen und seelenruhig vom Kasernengelände spaziert (siehe Fotos).

Zwar nahmen die beiden Justizwachebeamten die Verfolgung auf, doch es war zu spät - der Vorsprung sei bereits zu groß gewesen. Außerdem hätten ihn die Beamten aus den Augen verloren, weil das Kasernengelände aus mehreren Gebäuden besteht. Doch nicht nur daran wird Kritik laut: Statt den Häftling zu überwachen, soll einer der beiden Wachebeamten beim Fahrzeug geblieben sein.

Warum wurde K. nicht entdeckt?
Fragen wirft der Gang vom Kasernengelände auf: Wieso fiel niemandem auf, dass sich ein Mann über die Regenrinne "abseilte"? Wie konnte der Mann einfach von einem bewachten Areal spazieren? Und auch wenn er Zivilkleidung trug - Warum wurde er von keinem Wachebeamten in der Kaserne angesprochen? Elf Jahre Haft hatte K. für brutale Misshandlungen ausgefasst, ein Jahr davon hat er abgesessen.

+++ Flüchtiger Vergewaltiger untergetaucht +++

Dass der Vergewaltiger wieder rückfällig wird, kann nicht ausgeschlossen werden - auch wenn die Rückfallquote laut Gutachten als "moderat" eingeschätzt wird. Eine Großfahndung nach dem Flüchtigen wurde direkt nach der Flucht eingeleitet. Die Justizwachebeamten erhielten dabei von der Polizei Unterstützung, die das Gebiet rund um das Spital auch mit einem Hubschrauber abgeflogen ist. Weiter suchen Streifen nach dem Mann - bisher vergeblich.

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