Anzeigentarife | Jobs bei Heute.at

Heute im Brennpunkt: Unwetter in Österreich | Nahost-Konflikt

Lade Login-Box.

17.06.2012

Krypta im Burgtor

Darabos streicht SS-Verbrecher aus Totenbuch

Norbert Darabos

Symbolischer Akt von Norbert Darabos (© APA)

Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) hat am Sonntag einen ersten symbolischen Akt zur Umgestaltung der Krypta am Wiener Burgtor gesetzt: Er hat den SS-Kriegsverbrecher Josef Vallaster aus einem der dort aufliegenden Totenbücher gestrichen. Bis zum Nationalfeiertag am 26. Oktober sollen Krypta und Weiheraum - unter Beiziehung von Experten - Stätten des "würdigen Totengedenkens" an die Weltkriegs-Gefallenen werden, ohne Referenzen an Kriegsverbrecher und das Nazi-Regime.

Dafür wurden die neun Totenbücher des Zweiten Weltkrieges dem Kriegsarchiv zur wissenschaftlichen Prüfung übergeben. Ein Großteil der Ausstellungs- und Erinnerungsstücke wurden aus Krypta und Weiheraum entfernt - Kränze und Kranzschleifen (etwa der türkische Erinnerungskranz "Schlacht von Gallipolli 1916-1966"), das elektronische Gedenkbuch von Gendarmerie und Polizei, Gedenktafeln von Vereinen, Auszeichungen des St. Georgsordens und die Abbildung des Staatsvertrages. Die Vitrinen wurden abgebaut, ihr Inhalt wird zwischengelagert.

Außerdem wird die Marmor-Statue des "toten Soldaten" genau untersucht. Mit Röntgen- und Ultraschalltechnik und Knopflochkameras soll das Gerücht aufgeklärt werden, dass der Bildhauer Wilhelm Frass darin 1935 eine Hülse mit einer Nazi-Huldigungsschrift verstreckt hat. Im Auftrag von Darabos wird eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Militärhistorischen Denkmalkommission in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der Burghauptmannschaft ein Konzept für ein neues, "würdiges" Gedenken erarbeiten.

Österreich stellt sich seiner Vergangenheit
Dies sei "ein Schritt der fällig ist", betonte Darabos. Er richte sich nicht gegen das - "legitime" - Gedenken an die Kriegsgefallenen. Aber Referenzen an Kriegsverbrecher hätten "in einem würdigen Totengedenken nichts verloren" und müssten entfernt werden - zumal auch Staatsbesuche in diese Räumlichkeiten geführt werden. Darabos will mit der Umgestaltung ein Zeichen setzen, "dass sich das offizielle Österreich seiner Vergangenheit stellt und mit der Geschichte korrekt umgeht".

Der erste von Darabos - im Beisein des für Traditionspflege zuständigen Sektionsleiters Christian Segur-Cabanac - aus den Totenbüchern Gestrichene, Vallaster, war mitbeteiligt an den Nazi-Verbrechen. Der Vorarlberger war im Schloss Hartheim (Oberösterreich) mitverantwortlich für die Vergasung von 18.000 Behinderten und im polnischen Vernichtungslager Sobibor für die Vernichtung von 250.000 Juden. Dort wurde er 1943 bei einem Aufstand der KZ-Häftlinge erschlagen.

APA/red

News für Heute?


Verwandte Artikel

Gäste fassen Dieb am Rathausplatz

Handtasche gestohlen

Gäste fassen Dieb am Rathausplatz

Letzter Schliff fürs Palmenhaus

6,8 Mio. Euro investiert

Letzter Schliff fürs Palmenhaus

Alles neu im Hotel Imperial!

11 Millionen-€-Investition

Alles neu im Hotel Imperial!

Schottenkirche wegen Fäkalien-Fall gesperrt

Verwirrter erleichtert sich

Schottenkirche wegen Fäkalien-Fall gesperrt

Im Rathaus wird gelacht!

Wiener Kabarett Festival

Im Rathaus wird gelacht!

Putzeinsatz in luftiger Höhe

Bitte gut festhalten!

Putzeinsatz in luftiger Höhe

Mädchen-Duo als Serien-Einbrecher

City-Wohnungen ausspioniert

Mädchen-Duo als Serien-Einbrecher

"Goldener Rathausmann" geht an Hellen Mirren

Oscar in bester Gesellschaft

"Goldener Rathausmann" geht an Hellen Mirren

Mieterin überraschte 14-jährige Einbrecherinnen

Weiterer Einbruch in Mariahilf

Mieterin überraschte 14-jährige Einbrecherinnen

Toter bei Wohnungsbrand in der City

Hund tot, weiterer abgängig

Toter bei Wohnungsbrand in der City

Post verkauft alte Unternehmenszentrale

70 Mio Euro Schätzwert

Post verkauft alte Unternehmenszentrale

Promi-Paten für Ankeruhr

100 Jahr-Jubiläum

Promi-Paten für Ankeruhr

Rätsel um duftende U-Bahn geklärt

Werbeaktion am Stephansplatz

Rätsel um duftende U-Bahn geklärt



LeserHeute

Und so nehmen Sie teil:

Heute.at behält sich vor, Ihre Fotos online unentgeltlich zu verwenden.


Wenn Ihr Foto in der Zeitung oder Ihr Video auf Heute.at veröffentlicht wird, erhalten Sie:


TopHeute