Regierung überlegt "Nachtzonen" Wien

Nur Döbling wehrt sich gegen 30er Zonen

Die Wiener Stadtregierung will bekanntlich in allen Wohngebieten eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h einführen. Alle Bezirke bis auf das "gallische Dorf" Döbling können sich das vorstellen. Für Aufregung sorgen außerdem neue Pläne, in der Nacht auch auf Hauptstraßen Tempo-30 einzuführen.

Fast alle Bezirke können sich mit der Idee von neuen Tempo-30-Zonen in Wien anfreunden. In Währing stimmten beispielsweise bei einer Befragung 66 Prozent dafür. Nur Döbling wehrt sich gegen die Pläne. Wer nicht will, soll aber auch nicht mitmachen müssen. Die Entscheidung liegt bei den Bezirken.

Manche Bezirke haben bereits angefragt, auf gewissen Hauptstraßen wie der Gumpendorfer Straße (Mariahilf) und der Neustiftgasse (Neubau) in der Nacht eine Beschränkung einzuführen. Es gebe derartige Überlegungen, um die Lärmbelästigung zu reduzieren, wird der grüne Verkehrssprecher Rüdiger Maresch am Donnerstag gegenüber orf.at.

Tempo 30 am Gürtel?
Vom nächtlichen Geschwindigkeitslimit wären demnach auch der Gürtel oder die Rechte bzw. Linke Wienzeile betroffen. Derzeit würden Expertengespräche laufen, so Maresch. Karlheinz Hora, Verkehrssprecher vom Koalitionspartner SPÖ, wollte derartige Gespräche laut dem Bericht nicht bestätigen. "Wir reden nicht über die Hauptstraßen", wird er zitiert.

"Man gewöhnt sich daran. Warum sollte man Tempo 30 nicht flächendeckend einführen?", ist der grüne Verkehrssprecher von der Idee überzeugt: Verfechter verweisen auf einen besseren Lärmschutz, geringeren CO2-Ausstoß und die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Der Bremsweg ist bei Tempo 30 etwa nur halb so lang wie bei 50 km/h.

Andere Parteien: "Nonsens", "Witz", "Schwachsinn pur"
Von den anderen Parteien kam nach Mareschs Aussagen heftige Kritik. Roman Stiftner, Verkehrssprecher der ÖVP-Wien bezeichnete Tempo 30 auf Hauptstraßen als "Nonsens". Für FPÖ-Wien-Verkehrssprecher Anton Mahdalik ist die Idee ein "schlechter Witz". "Vielleicht schafft es die leidenschaftliche Dienstautofahrerin Maria Vassilakou, den pathologische Autohass ihrer Parteifreunde in den Griff zu kriegen", hieß es in einer Aussendung.

Auch der Wiener BZÖ-Chef Michael Tscharnutter ist empört: "Stoppt die Autohasser! Parkpickerl, Luxustarife bei
den Kurzparkzonen und jetzt auch noch eine Schleichverordnung - der grüne Amoklauf gegen die Wiener Autofahrerinnen und Autofahrer nimmt kein Ende. Tempo 30 auf fünfspurigen Hauptverkehrsstraßen ist Schwachsinn pur", so Tscharnutter.


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