Obdachloser niedergestochen Wien

Lebensretter: "Die anderen haben weggeschaut"

Adem T. Schöpfwerk

Adem T. (Bild) fand den blutüberströmten Obdachlosen in der Nähe der Wohnhausanlage Am Schöpfwerk (Hintergrund)

Adem T. Schöpfwerk

Adem T. (Bild) fand den blutüberströmten Obdachlosen in der Nähe der Wohnhausanlage Am Schöpfwerk (Hintergrund)

Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hat Samstag früh einem 40- bis 50-jährigen Obdachlosen das Leben gerettet. Adem T. entdeckte in Wien-Meidling den durch Messerstiche schwer verletzten Mann. Im Gespräch mit Heute.at erzählt der 21-Jährige, dass vor seinem Eingreifen Passanten "einfach weggeschaut" hätten, als sie den Schwerverletzten liegen sahen.

Um 5.12 Uhr entdeckte Adem T. aus Wien-Penzing den mitten auf einer Kreuzung am Schutzweg liegenden Unterstandslosen Am Schöpfwerk. Er wies laut Polizeibericht Stichverletzungen im Brust- und Halsbereich auf. Im UKH Meidling wurde er notoperiert.

Der 21-jährige Lebensretter schildert im Gespräch mit Heute.at die schreckliche Momente: "Es war furchtbar, ich habe versucht mit dem Opfer zu sprechen um es bei Bewusstsein zu halten. Dann habe ich sofort die Rettung gerufen und umstehende Passanten aufgefordert, die Exekutive zu verständigen."

"Andere haben einfach weggeschaut"
Adem T. erzählt weiter, dass bevor er eingriff, unzählige Autofahrer und Passanten einfach weggeschaut hätten oder vorbeigefahren wären. "Da lag doch ein Mensch, der Hilfe brauchte. Ich verstehe so ein Verhalten einfach nicht", zeigt sich der 21-Jährige gegenüber Heute.at bestürzt.

Als Tatort ermittelte die Polizei einen Lagerplatz in unmittelbarer Nähe, wo Obdachlose nächtigen. Dort wurde auch ein Messer als Tatwaffe sichergestellt. Die Identität des Opfers stand zunächst nicht fest, es dürfte sich aber um einen ungarischen Staatsbürger handeln.


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