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31.07.2012

1,7 Mio. Euro Beute

Villen-Einbrecher hatten Wiener Promis im Visier

Die mutmaßliche Einbrecherbande vor Gericht

Die mutmaßliche Einbrecherbande vor Gericht (© Denise Auer)

Im Wiener Straflandesgericht hat am Dienstag ein Prozess gegen eine sechsköpfige Bande begonnen, die im Vorjahr bei Einbrüchen in Wohnungen, Villen und Einfamilienhäuser am Wiener Stadtrand einen immensen Schaden angerichtet haben soll.


Laut Staatsanwaltschaft sind die fünf Männer im Alter zwischen 33 und 50 Jahren sowie 30-jährige Frau für mehr als 100 Fakten verantwortlich. Inkriminierter Schaden: 1,7 Mio. Euro. Die Verhandlung ist bis Mitte September anberaumt. Die Täter gingen laut Anklage äußerst professionell vor.

Sie spionierten eingehend die Häuser aus, in die sie einzudringen gedachten, und operierten mit verteilten Rollen, wobei Aufpasser und Einbrecher beim Zuschlagen über Funkgeräte permanent in Verbindung standen. Sie wechselten auch regelmäßig ihre Mobiltelefone und tauschten jeweils nach kurzer Zeit die SIM-Karten aus.

Teilweise prominente Opfer
Nachdem sie sich über Fenster oder Terrassentüren Zutritt in die Räumlichkeiten verschafft hatten, rafften sie in kürzester Zeit Bargeld und Wertgegenstände zusammen. Unter den teilweise prominenten Opfern fanden sich Ärzte, Wissenschafter und Künstler. Am Ärgsten traf es den bekannten, unter anderem für die ORF-Show "Dancing Stars" tätigen Musik-Produzenten Thomas Rabitsch, bei dem die Bande am 10. August Schmuck im Wert von knapp 300.000 Euro erbeutete.

Weit weniger ergiebig fiel der Versuch aus, in ein Gebäude der US-Botschaft zu Geld zu kommen. Zwar gelangten die Männer ins Innere, doch fanden sich keinerlei Gegenstände, die sie für wertvoll erachteten, so dass sie unverrichteter Dinge wieder abzogen. Die Angeklagten zeigten sich vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Bettina Neubauer) wenig gesprächig. Sie stellten in Abrede, mit dem Großteil der ihnen angekreideten Coups etwas zu tun gehabt zu haben.

"Gruppierungen am Werk"
"Da sind auch andere Gruppierungen am Werk gewesen", meinte Verteidiger Andreas Reichenbach. Man könne nicht alles auf das zur Anklage gebrachte Sextett schieben. Belastet werden die Angeklagten von den Ergebnissen einer umfangreichen Telefonüberwachung.

Trotz ihrer Vorsorgemaßnahmen war es den Behörden gelungen, die interne Kommunikation der Bande nachzuvollziehen und nachzuweisen, dass sie mit ihren Handys oftmals im Bereich jener Villen eingeloggt waren, in die gerade eingebrochen wurde. Zudem konnten in einigen Fällen auch hinterlassene DNA- und Schuhspuren den Verdächtigen zugeordnet werden.

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