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01.08.2012

Sorge um Erich Rebasso

Blutspuren im Auto des entführten Top-Anwalts

Der Wiener Wirtschaftsanwalt Erich Rebasso ist entführt worden. Wie die Polizei am Mittwoch bekanntgab, wird der 48-Jährige seit Freitag vermisst. In seinem in Wien-Simmering gefundenen Wagen wurden Blutspuren sichergestellt.

Gegen 14.45 Uhr verließ er seine Kanzlei in der Wiener Innenstadt und wollte zu einem Auswärtstermin ins südliche Niederösterreich fahren. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus, sagte Sprecher Roman Hahslinger. Rebasso hatte zahlreiche russische Klienten. Sein Name fiel auch in einem Fall um einen Anlegebetrug in Russland.

Eine Stunde nachdem Anwalt Erich Rebasso am vergangenen Freitag die Kanzlei verlassen hatte, versuchte eine Büromitarbeiterin ihn gegen 15.30 Uhr auf dem Mobiltelefon zu erreichen - ohne Erfolg. Bei seinem Termin in Niederösterreich kam der Anwalt nie an.

Blutspuren entdeckt
Nachdem die Polizei die Suche nach dem 48-Jährigen aufgenommen hatte, wurde gestern, Dienstag, um 15.30 Uhr das Fahrzeug in Wien-Simmering von einer Funkstreife gefunden. Im silbergrauen Mercedes wurden Blutspuren sichergestellt. Rebassos Familie steht unter Schock. "Wir sind gelähmt vor Sorge", sagte Bruder Michael.

Name missbräuchlich verwendet
Rebasso wurde bekannt, nachdem er Mitte der 1990er Jahre das Ehepaar Erika und Helmut Pilhar vertreten hatte, die eine medizinische Behandlung ihrer Tochter Olivia ablehnten. Laut Polizei hatte er mehrere russische Klienten. Vor einigen Jahren wurde der Name des Anwaltes in einem Fall von Anlegebetrug in Russland verwickelt. Dabei wurden 25 bis 30 Privatanleger um je 50.000 bis 60.000 Euro geprellt. Rebasso ging damals zur Polizei und gab an, dass in der Betrugscausa sein Name missbräuchlich verwendet worden war und er selbst nicht beteiligt war.

Dazu hatte der Anwalt damals in Österreich Selbstanzeige erstattet, um zu beweisen, dass er in die Betrügereien nicht verwickelt ist. Das Verfahren gegen ihn wurde später von der österreichischen Justiz eingestellt. Dennoch langten weiterhin schriftliche Drohungen in der Anwaltskanzlei Rebassos ein. Aufgrund dieser Umstände besteht der dringende Verdacht, dass der Vermisste einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen und entführt worden sein könnte.

Das Landeskriminalamt Wien führt die Ermittlungen, ersucht um Hinweise und stellt folgende Fragen:

   - Hat jemand Informationen zum Aufenthaltsort des Vermissten?

   - Hat jemand Rebasso am 27. Juli gegen 14.45 Uhr in der Nähe seiner Kanzlei in der Stubenbastei gesehen?


Hinweise werden vertraulich behandelt und unter der Telefonnummer 01/31310/DW33120 oder 33800 (Journaldienst) erbeten.



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