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05.08.2012

Herzfehler bei Baby übersehen

Ärzte-Pfusch! Zweites Paar klagt Spital an

Familie N.

Katarina (24) und Zelko N. (25) sind heute glücklich: Dank AKH-Ärzten hat Santino (10 Monate) überlebt. (© Helmut Graf)

Über dem Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ) brauen sich dunkle Wolken zusammen. Nach "Fall Stefan" – das Baby starb wegen eines vermutlichen Ärztefehlers – meldete sich bei Heute noch eine Familie mit harten Vorwürfen:

"Wir wurden wie Dreck behandelt, unser Sohn wäre fast gestorben, weil gepfuscht wurde", klagt Katarina N. an. Mehr als 33 Stunden lag sie im KFJ in den Wehen, bevor Sohn Santino zur Welt kam. Schmerzmittel bekam sie 20 Stunden trotz Betteln keine, sagt Katarina: "Ich solle mich nicht so anstellen, hat die Hebamme gesagt."Zwei Stunden nach der Geburt schleppte sich die junge Mutter auf der Suche nach ihrem Kind auf den Gang: "Die Rettung transportierte ihn gerade ab. Ohne mir etwas zu sagen." Der Vater, der sich darüber aufregte, wurde rausgeschmissen – "Ende der Besuchszeit".

Ärztefehler
Das Baby wurde ins AKH gebracht. Dort diagnostizierten die Ärzte einen schweren Herzfehler. Den hätte man laut Experten bereits beim Organscreening vor der Geburt sehen können. Im KFJ gelang das trotz zweier Untersuchungen nicht. Kein Wunder, denn der Arzt soll es vorgezogen haben, dabei mit seiner Freundin zu telefonieren, anstatt konzentriert zu arbeiten …

+++ Baby stirbt nach Kunstfehler im Spital +++

Spitalsdirektorin Margit Endler nimmt zu den Vorwürfen Stellung:

Direktorin Margit Endler

Direktorin Margit Endler (© Privat)

Heute: "Frau Endler, die Vorfälle auf der gynäkologischen Station des Kaiser-Franz-Josef-Spitals sind alarmierend. Was werden Sie unternehmen?"

Margit Endler: "Was mit dem Baby von Frau Stefanovic passiert ist, ist ein riesengroßes Drama. Wir haben den Fall bei der Staatsanwaltschaft selbst angezeigt und ziehen weitere Konsequenzen."

Welche?

"Die diensthabenden Ärzte und Hebammen dürfen vorerst nicht mehr im Kreißsaal arbeiten, bis der Fall geklärt ist. Ich möchte aber betonen: Diese Abteilung macht auch sehr gute Arbeit."

Abgesehen von medizinischen Fehlern: Die Betroffenen beschweren sich auch über den respektlosen Umgang mit Patienten.

"Ich schäme mich für den Umgang meiner Mitarbeiter. Während des Ultraschalls Privatgespräche zu führen, ist eine absolute Ungehörigkeit – das geht gar nicht! Sie können mir glauben, dass ich derartige Umgangsformen nicht dulde. Die Station werde ich mir zur Brust nehmen!"
(© Anna Thalhammer)

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