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09.08.2012

Mindestens 30 Brände

Wiener Feuerteufel-Trio kommt hinter Gitter

Feuerteufel

Symbolbild (© Fotolia.com)

Am Donnerstag wurden am Wiener Straflandesgericht drei Brandstifter rechtskräftig zu mehrjährigen, teilweise unbedingten, Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten hatten im Herbst 2011 hauptsächlich in Wien-Favoriten zahlreiche Abfallcontainer, Pkw, Motorräder und andere Gegenstände angezündet.

Ein 42-jähriger Mann und zwei 20-Jährige wurden wegen Brandstiftung, schwerer Sachbeschädigung und zahlreicher Einbruchsdiebstähle verurteilt. Der Älteste erhielt vier Jahre unbedingte Haft. Seine beiden Komplizen kamen mit jeweils drei Jahren, davon zwölf Monate unbedingt, davon.

30 Brände umfasste die umfangreiche Anklageschrift. Wie Richter Daniel Rechenmacher erklärte, hatte allein die MA 48 ursprünglich 78 in Mitleidenschaft genommene Objekte gemeldet, die auf Betreiben der Angeklagten in Flammen aufgegangen sein sollen. Davon wurden lediglich fünf Fakten vor Gericht behandelt, da in den anderen Fällen die Staatsanwaltschaft die Beweislage für nicht ausreichend hielt, um den Verdächtigen die Täterschaft nachweisen zu können.

42-Jähriger hatte Komplizen aufgenommen
Der 42-Jährige hatte die Burschen in seiner Wohnung in Wien-Favoriten aufgenommen: Der eine hatte weder eine Bleibe noch einen Job, der andere war von zu Hause ausgerissen, weil er von seinem Vater geschlagen worden war. Der laut psychiatrischem Gutachten intellektuell minderbegabte Erwachsene, der angeblich in seinem Wohnhaus bereits als Zündler bekannt war, griff eines Tages vor den Augen seiner jugendlichen Freunde zum Feuerzeug.

"Er hat uns gezeigt, wie man Mistkübel anzündet. Anfangs dachte ich, das soll er selber machen. Und dann hab' ich mitgemacht", erklärte einer der Burschen. Die Frage nach dem Warum beantwortete er mit: "Wenn ich anzünde, sind die Aggressionen rausgegangen aus mir."

Rauchgasvergiftungen und 50.000 Euro Sachschaden
Vorwiegend in der Umgebung, in der der 42-Jährige lebte, hatten die umfassend geständigen Täter Feuer gelegt. Einmal brannte in einem Haus ein Windfang, der - hätte sich eine Feuersbrunst entwickelt - den Bewohnern den Fluchtweg versperrt hätte. Bei zwei Bränden in der Quellenstraße im Dezember erlitten insgesamt acht Personen Rauchgasvergiftungen. Ein Bewohner sprang durch ein Fenster in seiner im Erdgeschoß gelegenen Wohnung und brachte sich so in Sicherheit.

Den Ausführungen eines Brandsachverständigen zufolge war es zu Glück in keinem Fall zu einer Feuersbrunst gekommen. Der Sachschaden war mit deutlich mehr als 50.000 Euro allerdings beträchtlich. Kurz vor Weihnachten waren die drei Männer gefasst worden.



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