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04.09.2012
"Medikament" verkauft
Kriminelle "Krebsheiler" von Polizei verhaftet
Ein Betrug mit Tabletten und deren Vertrieb ist in Wien aufgeflogen. (© Fotolia)
Seit Jänner 2012 ermittelt das Bundeskriminalamt (BK). Bei dem Arzneimittel handelt es sich um das weder in Österreich noch im EU-Raum zugelassene Präparat "Ukrain". Dieses "Arzneimittel" soll eine vollständige Heilung jeglicher Krebserkrankungen, Strahlenkrankheiten, Aids und vieler weiteren Krankheiten bewirken. Es wurde laut BK an eine Vielzahl von Krebskranken verkauft. Die Schadenssumme wurde auf rund fünf Millionen Euro geschätzt.
Die Festnahmen erfolgten nach einem Auftrag der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betrugs. Der 75-Jährige wurde in seiner Wohnung in Wieden, die 40-Jährige in der Wiener City verhaftet, sagte BK-Sprecher Mario Hejl. Auch gegen weitere Mittäter wird wegen Betrugs ermittelt.
Im Einsatz waren am Dienstag 50 Beamte der Landespolizeidirektionen Wien und Niederösterreich sowie der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES). Dabei wurden zahlreiche Beweisgegenstände - Computer, Laptops, Unterlagen - und mehr als 200.000 Ampullen des Präparats "Ukrain" sowie geringe Mengen Cannabis und Kokain sichergestellt. Eine Ampulle soll um 77 Euro an Kranke verkauft worden sein. "Die Firma gibt es seit 1994", sagte Hejl.
Berschlagnahmte Produkte werden analysiert
Die beschlagnahmten Produkte werden im österreichischen Arzneimittelkontrolllabor (OMCL) des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) analysiert. "Es wird derzeit gegen mehr als 20 Beschuldigte ermittelt", sagte Erich Mayer, der Sprecher der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Neben dem Pharmaunternehmen Nowicky Pharma wurden insgesamt 26 Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Ukrain ist ein Arzneimittel aus Schöllkrautextrakten, das ohne aufrechte Zulassung in der EU als alternatives Krebstherapeutikum beworben wurde. Dem BASG liegt im Zusammenhang mit der Verabreichung von Ukrain eine Fallmeldung aus dem Jahr 2003 zu einem anaphylaktischen Schock vor. "Die Patientin musste damals reanimiert werden", sagte Marcus Müllner von der AGES und Verfahrensleiter im BASG.
Die behördliche Zulassung des Arzneimittels Ukrain wurde sowohl durch das Gesundheitsministerium als auch durch die Europäische Kommission (Arzneimittel für seltene Leiden) abgelehnt. Die Zulassung durch das Gesundheitsministerium scheiterte insbesondere daran, dass die Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit des Arzneimittels Ukrain nicht nachgewiesen werden konnte.
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2 Kommentare von unseren Lesern
voviks (1)
06.09.2012 17:51
Lächerlich!
Ukrain ist bekannt seit Jahrzehnten und die KriPo ermittelt seit 2012. Ein Armutszeugnis, insbesondere für die Medien! (ORF inklusive).
_http://www.amazon.de/Krebsmittel-Ukrain-Kriminalgeschichte-einer-Verhinderung/dp/3854850379/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1346946003&sr=8-1
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