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10.09.2012

Andreas- bis Kirchengasse

Fußgängerzone auf Mariahilfer Straße fix

Mariahilfer Straße

Autos werden hier bald nicht mehr fahren dürfen (© Heute)

Die Umgestaltungspläne der Mariahilfer Straße werden immer konkreter. Nun steht fest, welcher Abschnitt von Österreichs größter Shoppingmeile künftig ganz autofrei sein soll.

"Fix ist: Der Abschnitt zwischen Andreas- und Kirchgasse soll zur Fußgängerzone werden", wird die Mariahilfer Bezirkschefin Renate Kaufmann (S) in der Tageszeitung Kurier zitiert. Die zuständige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) begründete, warum die Wahl auf diesen Bereich gefallen ist: "Das ergibt sich sehr einfach. Überall sonst gibt es Garageneinfahrten."

Die Ressortchefin betonte, dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon ausgehe, dass der Abschnitt zwischen Kirchen- und Andreasgasse zur Fußgängerzone werde, fügte aber hinzu: "Es müssen beide Bezirksvertretungen darüber abstimmen und ich kann jetzt keinen Vorgriff auf die Entscheidungen machen." Es gibt in Mariahilf eine rot-grüne Mehrheit für das Projekt. Im Bezirk Neubau führe der grüne Bezirkschef Thomas Blimlinger noch Gespräche mit der SPÖ. Vor allem bei den Querungen der Mariahilfer Straße spieße es sich noch.

Einfahrt nur mit Chip
Die Abschnitte vor und nach der geplanten Fußgängerzone in der Mariahilfer Straße sollen verkehrsberuhigt werden. Dies könnte mit einem Chipsystem erfolgen, das Anrainern den ganzen Tag und Lieferanten bis 10.30 Uhr die Zufahrt gewährt. Vassilakou bestätigte Überlegungen zu einem Chipmodell und berichtete, dass sie ein derartiges System prüfen lässt.

Weitere Details zur Umgestaltung wollte sie nicht bekanntgeben. Sie habe versprochen, aus Fairness den Bezirken gegenüber erst einmal abzuwarten, "bis ich von allen Beteiligten das okay habe". Dann werde sie das Gesamtkonzept kommunizieren. Jedenfalls ist fix, dass zahlreiche Querstraßen zur Sackgasse erklärt werden, und dass auf Teilstücken der Web- und Schottenfeldgasse die Einbahnregelung umgedreht wird.

Bezirke werden verkehrsberuhigt
"Damit ist hier eine durchgängige Querung nicht mehr möglich. Die Bezirke werden verkehrsberuhigt", wird Kaufmann im Bericht zitiert. Auf der Gumpendorfer Straße werde die Querung vom Gürtel bis zum Ring ebenfalls unterbunden. Am Getreidemarkt werde es ein Rechtsabbiegegebot geben. Eine Lösung gibt es offensichtlich auch für die betroffenen Öffi-Buslinien: Dem Vernehmen nach soll die Linienführung des 13A beibehalten werden. Bei der künftigen Strecke des 2A sollen die Anrainer mitbestimmen.

Zum weiteren Fahrplan zur Umgestaltung erklärte Vassilakou: "Der nächste logische Schritt wäre, dass bis Jahresende der Grundsatzbeschluss in den Bezirksvertretungen fällt." Dann würde die "spannende Arbeit" erst anfangen: So müsse ein Bürgerbeteiligungsverfahren organisiert werden um Gestaltungs- wie auch verkehrsorganisatorische Fragen zu klären. Zu letzteren zählt etwa die künftige Route der Linie 2A.

Wenn die Rahmenbedingungen für das Gestaltungskonzept geklärt seien, dann werde in die Detailplanung übergegangen. Dazu gehöre auch, einen Gestaltungswettbewerb zu machen. Gibt es ein abschließendes Konzept, dann müsse erneut die Zustimmung der Bezirke eingeholt werden, betonte Vassilakou.

Termin steht noch nicht fest
Wann nun konkret mit den Arbeiten auf der Mariahilfer Straße begonnen wird, konnte die Stadträtin heute nicht sagen: "Mir ist wichtig und ich bin sehr froh, dass sich jetzt die grundsätzliche Einigung abzeichnet. Danach werden wir uns für die verschiedenen Etappen die Zeit nehmen, die es braucht. Ich ersuche um Verständnis, dass ich jetzt nicht exakt berechnen kann, wie lange jede Etappe dauern wird. Aber was ich versichern kann, ist, dass ich zügig die verschiedenen Etappen ansetzen und absolvieren lassen möchte." Sie betonte außerdem, dass die Finanzierung gesichert sei.

FPÖ natürlich unter den Kritikern
Kritik zur geplanten Neugestaltung der Mariahilfer Straße kam vom FP-Verkehrssprecher Toni Mahdalik. In einer Aussendung am Montag warnte er erneut vor einer "Katastrophe" für Geschäftsleute, Kunden und Anrainer. Durch den "Fußgänger-, Einbahn- und Sackgassenzirkus" würden die Menschen noch mehr in Einkaufszentren vertrieben werden. Bewohner im Bereich der Gumpendorfer Straße bzw. Westbahnstraße, Siebensterngasse oder Neubaugasse wären mit einer massiven Verkehrslawine konfrontiert, hieß es.

APA/red

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