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15.09.2012

700-Kilo-PKWs

Prater-Weltrekord im Autos umdrehen

WELTREKORDVERSUCH IM AUTODREHEN: MÜLLNER

Extremsportler Franz Müllner während seines Weltrekordversuchs im Autodrehen im Prater. (© Georg Hochmuth (APA))

"Jetzt weiß ich, wie man sich fühlt, wenn eine Straßenbahn in einen hineinfährt", meinte "Special Guest" und "Testpilot" Bernie Rieder leicht angeschlagen, nachdem er einen spektakulären Testdurchlauf absolviert hatte. Der Koch saß - gut behütet mit Helm - in dem 700 Kilogramm schweren PKW, den "The Austrian Rock" Franz Müllner seitlich hochhob und zuerst auf das Dach und dann wieder auf die vier mit roten Sternen verzierten Räder wuchtete. Dies gelang dem Extremsportler im Wiener Prater zehn Mal hintereinander innerhalb von 15 Minuten - ein neuer Weltrekord.

Knapp zwei Dutzend Schaulustige hatten sich unter grauem Himmel eingefunden, um mit eigenen Augen zu sehen, was man mit bloßen Händen und bestens trainiertem Körper bewerkstelligen kann. Bei den zahlreichen durch Muskelkraft herbeigeführten Überschlägen splitterte nicht nur Glas, es tropfte aus dem zerbeulten blauen Fahrzeug auch beunruhigend. Dazu passte die gespenstische Geräuschkulisse der nahen Geisterbahn.

Einige Passanten schüttelten ungläubig den Kopf. Warum macht man das? Rieder kennt Müllner vom Fußball und meinte lapidar: "Man muss ein bisschen verrückt sein!". Die komplette Umdrehung als eindrucksvollen Einstieg in den Rekordversuch hat er bestens überstanden, allerdings: "Auf dem Kopf zu stehen war etwas unheimlich". Er ließ es sich nicht nehmen, auch einen Versuch zu wagen und das Fahrzeug hochzuwuchten. Immerhin wackelte es etwas.

Grenzen werden ausgelotet
"Car Turning" nennen die Veranstalter das spektakuläre Unterfangen, das genau genommen keinem anderen Ziel dient, als die eigenen Grenzen immer wieder aus Neue auszuloten. Der Salzburger Franz Müllner tut genau dies seit einigen Jahrzehnten - und hat mittlerweile um die 14, 15 Einträge ins Guinness Buch der Rekorde geschafft. Die genaue Zahl weiß er selbst nicht; jedenfalls überbietet er nicht selten, wie auch diesmal, eigene Höchstleistungen. Zu den einprägsamsten zählen wohl jene, bei denen er riesige Maschinen wie LKW zieht bzw. bewegt.

Unnötiges Risiko gehe er dabei keines ein, betonte der selbst ernannte "extreme strongman" - der eine oder andere Unfall ließ sich im Laufe der Jahre allerdings nicht vermeiden. Manchmal versucht seine Frau, ihn etwas zu bremsen, doch wenn er nach einem geglückten Experiment nach seinen weiteren Plänen gefragt wird, sieht er immer weitere Meilensteine vor sich. Diesmal sei es etwa ab der Hälfte, also der fünften Umdrehung, "richtig schwer und schmerzhaft" gewesen, gestand er ein. Doch sein Strahlen verriet: Er würde es jederzeit wieder versuchen.

Mehrmonatiges Training nötig
Der bullige Kerl, diesmal im grauen Jogging-Look, trainiert jeweils viele Monate für die aufsehenerregenden Aktionen, die er auf Anfrage gerne wiederholt, etwa bei Festivitäten. Dieses Projekt ist vorerst für ihn erledigt - an einer neuen Idee arbeitet der "Bär von einem Mann" allerdings bereits auf Hochtouren. Auch dabei dürfte dem einen oder anderen Zuseher das Blut in den Adern gefrieren. Nur so viel sei verraten: Es geht um die mittelalterliche Hinrichtungsmethode Vierteilung - und mehrere Flugzeuge.

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