Zucht trotz Erbkrankheit? Wien

Kritik an Robben-Sterben in Schönbrunn

Kritik an Robben-Sterben in Schönbrunn

Symbolfoto: Robbe (© fotolia)

Robbe
Symbolfoto: Robbe
Am 6. September ist die Mutter des an einem Herzfehler verendeten Robbenbabys Diego ebenfalls an einer Herzkrankheit gestorben. Der Österreichische Tierschutzverein kritisiert jetzt die Zucht der Tiere in Schönbrunn.

Enya kam 2006 vom Münchner Tierpark Hellabrunn nach Schönbrunn. Bei der Sektion am Forschungsinstitut für Wildtierkunde wurde festgestellt, dass das Robbenweibchen unter einer chronischen Herzschwäche litt. Ihr letztes Jungtier, die männliche Robbe Diego, hatte einen angeborenen Herzfehler und musste im November des Vorjahres eingeschläfert werden, nachdem sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechterte.

Nach Ansicht der Tierschützer sei es ethisch verwerflich und auch tierschutzwidrig, ein unter einem Herzfehler leidendes Tier in die Zucht aufzunehmen und somit weiteren ungesunden Nachwuchs zu zeugen. Zudem sei eine Zucht mit kranken Individuen gegen alle Naturgesetze, wo meist nur die gesündesten und stärksten Mitglieder einer Tierart ihre Gene weitergeben.

"Tiergarten geht über Leichen"
Der Österreichische Tierschutzverein bezeichnet Schönbrunn als ein reines Wirtschaftsunternehmen, das für seine Gewinnoptimierung offenbar über Leichen geht und fordert einen unabhängigen Tierschutzbeauftragten für den Tiergarten.

Ein zweites Robbenbaby von Enya, Jungtier „Lunita", das am 28. Juli 2012 geboren wurde, wird nun von den Tierpflegern mit der Hand aufgezogen und ist derzeit für die Besucher nicht zu sehen.
 


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