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27.09.2012
Umgebaute Werbekästen
60 öffentliche Defisäulen in Wien als Lebensretter
Das Prinzip der Defi-Notfallsäulen wurde bei einer Pressekonferenz demonstriert (© Arbeiter-Samariter-Bund)
Die Kosten von rund einer Million Euro werden von der Gewista, dem Wiener Platzhirschen für Außenwerbung, getragen. Weitere Säulen sollen später laufend dazukommen. Mehr als 10.000 Menschen sterben in Österreich jährlich am plötzlichen Herztod. "Man kann nur einen Fehler machen, nämlich gar nichts zu machen", erklärte Landtagspräsident Harry Kopietz, der auch "Botschafter" des kooperierenden Vereins Puls ist.
Um die Hemmschwelle für Laien zu senken, wird bei der Entnahme des Defis automatisch eine Verbindung zur Berufsrettung hergestellt. Diese unterstützt beim Reanimieren und schickt gleichzeitig ein Rettungsauto zum entsprechenden Standort, der dank GPS eindeutig identifiziert werden kann. Außerdem gibt das Defi-Gerät selbst genaue Anweisungen, wann was zu tun ist.
Standorte über Webseite oder App
Die adaptierten Werbekästen werden vorrangig im innerstädtischen Bereich aufgestellt, da hier besonders viele Menschen unterwegs seien. Abrufbar sind die Standorte auf http://www.puls.or.at bzw. über eine Gratis-App des Samariterbundes. Gewartet werden die Defibrillatoren, die durch einen kontrollierten Stromstoß das Kammerflimmern des Herzens beenden sollen, von der Rettung, sagte Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S).
Wie wichtig schnelle Hilfe ist, unterstrich Mario Krammel, Geschäftsführer des Vereins Puls, der sich die Bekämpfung des plötzlichen Herztods zum Ziel gesetzt hat. Denn bereits drei Minuten nach dem Herzstillstand träten durch Sauerstoffmängel irreversible Gehirnschäden auf. Bis zum Eintreffen der Rettung vergingen durchschnittlich jedoch zehn Minuten. Laut Klaus Markstaller von der Med-Uni Wien wird bei einer möglichst früh durchgeführten Wiederbelebung die Überlebenschance von zehn auf bis zu mehr als 50 Prozent erhöht.
Werbung soll Säulen finanzieren
Nach den 60 Säulen sollen bald weitere folgen, kündigte Kopietz an. Für die erste Tranche übernimmt die Gewista jedenfalls die Kosten. Refinanzieren will man das Projekt mit Reklame, so Gewista-Chef Karl Javurek. Denn während die Vorderseite des City Lights für Logo und Kurzbeschreibung der Defi-Säule dient, bleibt die Rückseite frei für Werbeplakate.
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