Drama in Obdachlosenheim Wien

„Wellensittich befahl mir Mord“

„Wellensittich befahl mir Mord“

(© Denise Auer)

Ursula K. (46) lebt seit Jahren im Wahn. Ihr Geist ist krank (paranoide Schizophrenie), in ihrer Wahrnehmung ist das Böse immer und überall – und sich dagegen zu wehren ihr gutes Recht. Die verwirrte Frau fiel öfter durch Bagatelldelikte auf.

Als sie in U-Bahn-Stationen mit einem Messer herumfuchtelte, warnte Gerichtspsychiaterin Sigrun Rossmanith vor der „explosiven Gefahr“, die von der Kranken ausgehe. Doch die Mahnung verhallte in einer Gesetzeslücke: Längere Zeit zwangsweise behandelt darf nur werden, wer eine Straftat mit mehr als einem Jahr Haft begeht.

Wellensittich sprach zu ihr
Vergangenen November hatte Ursula K. ihre Medikamente abgesetzt, als sie bei einem Würstelstand Günter F. (37) kennenlernte und mit in sein Zimmer in einem Obdachlosenheim ging. „Dort sagte mir sein Wellensittich, dass mich der Mann umbringen will und ich was dagegen unternehmen soll“, erklärte die Unzurechnungsfähige Donnerstag vor Gericht.

Mit 16 Messerstichen hat sie den vermeintlichen Feind getötet. Urteil: Einweisung in eine Anstalt auf unbestimmte Zeit.

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