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08.05.2013

Kreuzverbot in Schule

Beschwerde kam von religionsloser Mutter

Kreuz in Klassenzimmer

(© DPA)

Nachdem sich eine konfessionslose Mutter in Wien über Kreuze im Klassenzimmer beschwerte, wurden diese entfernt. Beschwerden über religiöse Symbole kämen von Religionslosen und nicht von Andersgläubigen, so Eytan Reif von der "Initiative Religion ins Privatsache" gegenüber "Heute.at". Die Aufregung über die Aktion bleibt weiterhin groß.

Eytan Reif von der "Initiative Religion ist Privatsache" erklärte gegenüber "Heute.at", dass die Beschwerde "nicht gegen Religion oder gegen das Christentum" gerichtet sei. Die Mutter, die sich beschwert hatte, sei selbst konfessionslos und habe auch nichts gegen Religionsunterricht, so Reif. Sie habe sich jedoch religiös bevormundet gefühlt, da das Kreuz das einzige religiöse Symbol im Klassenzimmer gewesen sei. Den Namen der betroffenen Schule wolle er nicht bekanntgeben: "Wir wollen nicht die Schule an den Pranger stellen."

Andersgläubige beschweren sich nicht
"Die Beschwerden, die bei uns eingehen, kommen ausschließlich von Menschen, die konfessionslos sind", erklärt Eytan Reif im Heute.at-Interview. Dass sich Muslime oder andere Andersgläubige über Kreuze in Klassenzimmern beschweren, "ist ganz und gar ein Märchen", so Reif. Auch seien diese nicht gegen die Religion selbst gerichtet, sondern lediglich gegen die Bevorzugung einer Glaubensrichtung in öffentlichen Schulen.

Bei der "Meldestelle" der Initiative würden noch einige ähnliche Beschwerden vorliegen, nicht nur über Kreuze, sondern vereinzelt auch über Morgengebete in Schulklassen. Er rechnet deshalb damit, "dass nun weitere Eltern ihr Recht auf Freiheit von Religion in öffentlichen Schulen einklagen werden".

Große Empörung
Fast 80 Prozent der "Heute"-Leser sind dagegen, dass Kruzifixe aus den Klassenzimmern verbannt werden. Auch bei den Leserbriefen ist die Empörung groß: "Ich bin zwar in keinster Weise gläubig, allerdings finde ich, wenn man die Kreuze abhängt weil Religion in der Schule nichts zu suchen hat, dann darf man dort auch kein Mädchen mit Kopftuch, keine Kinder mit div. Davidsternen etc. oder Kippa usw. da reingehen. Schliesslich sind das auch religiöse Symbole die dann dort nichts zu suchen haben!", schreibt etwa ein Leser.

Der Leser "papa4kids" schreibt: "Wie weit soll das noch gehen, wann ist es soweit, dass unsere kinder auch noch diverse Sprachen lernen müssen weil sich die Eltern aufregen, weil sie unsere Kinder und Lehrer nicht verstehen..."

Ein anderer Leser hingegen schreibt: "Bildung hat nichts mit Religion zu tun. Egal welche Religion, es hat in einer Schule einfach kein einziges religiöses Symbol an der Wand etwas zu suchen. Wir sind ein Land der Menschen nicht der Christen!"

Weniger als 50% der Schüler als Christen gemeldet
Bis zur Abhängung der Kreuze hat es laut Aussendung einiger Anstrengungen der Frau bedurft: Zunächst hätten ihr weder die Schuldirektion, noch der zuständige Schulinspektor mitteilen wollen, wie viele Schüler "als 'Christen' gemeldet" sind. Schlussendlich stellte sich heraus, dass das auf weniger als 50 Prozent der Kinder zutraf, wodurch laut der laizistischen Initiative "für das Anbringen von Kreuzen jegliche Grundlage fehlte" und die Kreuze schließlich abgehängt wurden.

Tatsächlich wird dieser Fall im Wiener Schulgesetz nicht explizit geregelt, hieß es aus Stadtschulrat und dem Büro von Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (S). Dort steht lediglich, dass an Pflichtschulen, an denen die Mehrheit der Schüler christlichen Religionsgemeinschaften angehört, in allen Klassen Kreuze aufzuhängen sind - wie im umgekehrten Fall vorzugehen ist, ist im Gesetz nicht festgehalten. Die Entscheidung darüber treffe der jeweilige Schulleiter. Häufig kämen solche Fälle aber nicht vor - es handle sich dabei um Ausnahmen.

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132 Kommentare von unseren Lesern

1

neuigkeiten (1)
14.05.2013 19:57

Das Kreuz mit der Schule
Hallo Ihr Lieben Österreicher, ob man jetzt sehr religiös ist oder gar nicht oder ein wenig, immerhin ist der große Teil von uns Christ. Fahre ich nach Asien gibt es dort den Buddha oder den Konfuzius, wir rennen als Touristen zu den Tempeln obwohl wir dieser Religion nicht angehören, weil es uns gefällt, weil wir dort Gast sind auch wenn wir dort Leben wollen, würde es uns nicht einfallen zu sagen: weg mit diesen religiösen Symbolen. Warum lassen wir uns alles gefallen, stehen wir zur unserer Kultur und wem es nicht passt, der möge es ja in einem anderen Land probieren. Wir verlangen ja auch nicht, Kopftücher müssen weg. Sind ja auch religiöse Symbole oder nicht? Gabi.

0

unbekannt (1)
12.05.2013 14:14

Lieber alle Symbole als gar keines
Man kann sich für oder gegen eine bestimmte Religion aussprechen oder eben auch für keine. Religion ist deswegen aber nicht Privatsache, sondern immer dazu da, Gesellschaft zu gestalten, sie menschengerechter zu machen. Daher habe ich lieber die Symbole von zehn verschiedenen Religionen in einer Klasse, als gar keines.

0

unbekannt (3)
11.05.2013 13:32

Bevorzugung einer Glaubensrichtung ?
Kein Religionsunterricht, ist dann die Bevorzugung von religionslosen?

0

unbekannt (3)
11.05.2013 13:18

Religion ist Privatsache ?
An Eytan Reif von der "Initiative Religion ist Privatsache" warum Diskutieren Sie dann öffentlich darüber? Und auch wenn man es nun wirklich ganz privat halten möchte, wird es nicht möglich sein.
Egal ob ich an die Evolutionstheorie, an Gott, oder sonst was glaube.
Oder schauen sie sich mal ein Land mit Religionsverbot an.

0

unbekannt (3)
10.05.2013 20:09

Religion hin oder her
egal an was man glaubt oder eben nicht, die Grundlage, für Menschenrechte und Religionsfreiheit ist im christlichen Glauben. (wenn auch die religiösen Vertreter, auch nicht immer danach handeln.) und das Kreuz ist das Symbol dazu, und wenn man es nicht religiös nimmt, kann man es als moralischen Denkanstoß nehmen. (dann nächsten Gutes tun, nicht stehlen, den bedürftigen zu helfen, einander vergeben, den Menschen achten, teilen, Rücksicht nehmen ...)

0

silversmurf (3)
10.05.2013 17:35

Feiertage
Religöse Feiertage und Religiöse Symbole sind zwei Paar Schuhe.
Von mir aus können auch alle religiösen Feiertage abgeschafft werden. Es handelt sich in der Regel bei Weihnachten, Ostern usw. sowieso um religiös umgedeutete vormals "heidnische Feste". Wintersonnenwende, Frühlingsanfang usw.
Wenn es dafür dann säkulare Feiertage gibt wie z.B. den Tag der Menschenrechte usw. Dann könnte damit wohl auch alle sehr gut leben.
Außerdem stellt sich bei religiösen Feiertagen die Frage, warum nur die christlichen Tagen frei sind. Warum nicht auch islamische, jüdische usw., wenn man es denn ernst meint, dann müssten diese Menschen auch frei bekommen. Und das ist wohl wenige im Sinne eines Staates bzw. der Wirtschaft. Deshalb wäre es wahrscheinlich tatsächlich konsequent, wenn man auch die religiösen Feiertage abschaffen würde. Gute Idee. zwinkern

1

unbekannt (2)
10.05.2013 12:25

Realitätsfremd - "Schmarotzer"
...... sollen jene konfessionslose Personen, die eine Aversion gegen Kreuze in Klassenzimmern haben, ebenso auf die kirchlichen Feiertage - schulfreien Tage (z.B. Weihnachten, Ostern, etc.) verzichten!!!

0

Jogibaer (7)
10.05.2013 06:46

Religiöse Sybmole
Ich würde sogar noch einen gewaltigen Schritt weitergehen! Verbot jeglicher religiöser Utensilien in Schulen, öffentlichen Gebäuden, Ämter etc. Religionsausübung ja, Religionsfreiheit ja, aber dann bitte an dafür vorgesehenen Orten (Kirche, Moschee etc.) oder hinter seinen eigenen vier Wänden! Für alle Religionen, ohne Ausnahme = Problem gelöst.

1

silversmurf (3)
09.05.2013 20:33

Staat muss neutral bleiben
Religion ist Privatsache. Der Staat hat sich deshalb in religiösen absolut neutral zu verhalten. Da passen religiöse Symbole einer Glaubensgemeinschaft nicht in staatliche Gebäude und auch nicht mehr in die Zeit.
Abgesehen davon halte ich die Skulptur eines zu Tode gefolterten Menschen für eine Schule für unangemessen.
Wären wir es nicht gewohnt, dann würden wir wohl nie auf die Idee kommen so etwas in einen Klassenraum mit kleinen Kindern zu hängen.

1

Rebellin (8)
10.05.2013 00:43

Antwort auf Staat muss neutral bleiben
Aber das ist das so gut wie die Grundlage des Christentums. Jesus ist für die Menschen am Kreuz gestorben und dann wieder auferstanden. Er ist somit der Erlöser. Das Christentum hat als besonderes Merkmal: Nächstenliebe.
Sie sind entweder kein Christ, oder Sie haben nicht gelernt, welche Bedeutung der gekreuzigte Jesus hat. Da ist daher nichts Grauenvolles zu erkennen. Es geschah doch aus Liebe. Wenn eine Mutter für ihr Kind aus Liebe ihr Leben lässt, ist es doch uneigennützig und zeigt unglauche Stärke.


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