Chemikalie geschluckt

Nach Evakuierung: Bodybuilder (29) starb an Dinitrophenol

Feuerwehr dekontaminierte Bewohner

Feuerwehr dekontaminierte Bewohner in Favoriten. (© MA68 Lichtbildstelle)

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Großeinsatz in Wien-Favoriten

Das Rätsel um den Chemie-Unfall in der Wendstattgasse 7 in Wien-Favoriten ist geklärt: Ein Wiener (29) aus der Bodybuilderszene verstarb an einer Überdosis Dinitrophenol (DNP). Das Gift wird zur Munitionsherstellung verwendet, schon ein Gramm davon ist tödlich. In Bodybuilderkreisen wird es in geringsten Mengen zum schnellen Fettabbau verwendet. Laut Ermittlern dürfte der Mann den Stoff aus dem Internet bezogen haben. 

Der Wiener (29) dürfte illegale Schlankheitspillen mit dem Giftstoff Dinitrophenol in seiner Wohnung in der Wendstattgasse 7 gehortet haben. Am Nationalfeiertag soll er davon dann eine Überdosis genommen haben. Schon ein Gramm des Stoffes ist tödlich. Kommt das Mittel erst einmal in den Kreislauf ist es zu spät – es gibt kein Gegenmittel. Das Opfer stirbt an Multiorganversagen. 

Dinitrophenol, oder kurz DNP, kam schon 1919 zur ersten Anwendung. Damals wurde es in Frankreich zur Herstellung von Munition verwendet. 40 Prozent DNP und 60 Prozent TNT ergaben eine explosive Mischung für Artilleriegranaten. Bevor die Giftigkeit erkannt wurde, fand es in den 1930er-Jahren große Verwendung als Mittel gegen Fettleibigkeit.

Gefährlich: Unter Bodybuildern und Athleten wird DNP auch heutzutage verwendet, um schnell Körperfett zu verlieren – ein Spiel mit dem Tod. 


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