Alle Fakten zu:

Glawischnig will Zigaretten-Automaten heuer abschaffen

„Heute“: Wie bringen Sie Job und Kinder unter einen Hut?
Glawischnig: Ich meide Abendtermine, gehe nicht in Discos. Man sieht mich auf Spielplätzen.

Nächste Woche tagt der Nationalrat. Was haben Sie vor?
Wir fordern in einem Antrag mehr Schutz für Kinder vor Tabakkonsum.

Warum plötzlich?
Weil jeder vierte 15-Jährige in Österreich raucht und das Einstiegsalter auf elf Jahre gesunken ist – ein trauriger Europa-Rekord.

Konkrete Forderung?
In Österreich müssen Zigaretten-Automaten durch eine Bankomat-Karte entriegelt werden. Kinder borgen sich einfach eine Karte aus. Eine Studie der Uni Gent (Belgien) belegt, dass in den 17 EU-Ländern, in denen Zigaretten-Automaten verboten sind, deutlich weniger Jugendliche rauchen. Deshalb: Alle Zigaretten-Automaten noch heuer verbieten und dann abmontieren.

In Deutschland liegen die Grünen bei 28 Prozent, in Österreich bei 13. Was machen Sie falsch, warum gehen Proteststimmen immer an die FPÖ?
Österreich ist ein konservativeres Land. Andererseits liegt’s auch an den Medien: Hierzulande sind Qualitätsmedien zum Teil Grünen-feindlicher als Boulevard-Zeitungen. Und: Dort, wo wir regieren – Oberösterreich, Graz, Salzburg – bleibt die FPÖ zurück.

Erfolg haben die Grünen vor allem in Nobel-Bezirken. Wählen nur reiche Menschen grün?
Nein. Auch wenn wir in Teilen Wiens eine bürgerliche Splitterpartei aus Kindern von VP-Eltern sind. Das ist eine Lebenseinstellung. Grüne sind solidarisch – egal ob arm oder reich: Wir stehen für andere Menschen ein.

Wie wollen Sie die FPÖ einholen, sie stoppen?
Durch Aufklärung. In Kärnten decken wir ein mafiöses Netz auf, zeigen, wie Staatsbürgerschaften verscherbelt, politische Entscheidungen verkauft wurden.

Ist Österreich korrupter als andere Länder in Europa?
Absolut! Viele Dinge, die bei uns erlaubt sind, stehen in Deutschland unter Strafe – etwa, dass Mandatare an Lobbys wie die Industriellenvereinigung spenden.

Interview: E. Nuler, W. Ainetter

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