Griechenland-Pleite

Griechen brauchen 135 Mrd., Österreich stockt Hilfe auf

Die dramatische Situation Griechenlands – Heute hat die wichtigsten Fakten gesammelt:

Bis 19. Mai muss Griechenland 9 Milliarden Euro an Schulden zurückzahlen. Bei einem Gipfel am 10. Mai wollen die Europäer die Weichen für die Hilfe stellen – 30 Milliarden kommen von EU-Ländern, 15 vom Währungsfonds. Am 18. Mai kann die erste Überweisung erfolgen. Dass das ausreicht, ist unwahrscheinlich, denn die Hellenen dürften über die nächsten drei Jahre 135 Milliarden Euro benötigen. Die Lage ist also ernster als bisher angenommen. Hoffnungslos ist sie nicht – wenn die EU die richtigen Maßnahmen setzt.

Bis zu zwei Milliarden aus Österreich
Österreichs Beitrag beträgt derzeit knapp 860 Millionen Euro, kann aber auf bis zu 2 Milliarden steigen. Das kündigte Finanzminister Josef Pröll nach einem Treffen mit heimischen Banken-Vertretern am Mittwoch an. Ob wir das Geld jemals wiedersehen werden, steht in den Sternen. Das ohnehin strapazierte Budget wird jedenfalls weiter belastet.

Für den Steuerzahler kann das bedeuten, dass die derzeit von der Regierung geplanten Steuererhöhungen möglicherweise gar nicht ausreichen. Die Folge: Der Finanzminister müsste weiter an der Abgabenschraube drehen.

Die griechische Tragödie führte zu einer Abwertung des Euro – Mittwoch erreichte er den tiefsten Stand seit einem Jahr. Das ist laut Thomas Zotter, volkswirtschaftlicher Experte der Arbeiterkammer, gut für die Exporte, kann aber zu Preissteigerungen führen. Denn der Ölpreis wird in Dollar abgerechnet. Verliert der Euro, wird das schwarze Gold für uns teurer, die Inflation steigt – auch, weil teureres Öl die Preise für andere Produkte antreibt.

Fallen lassen noch teurer
Auf die Zinsen wird die befürchtete Euro-Abwertung keine Auswirkungen haben, glaubt Zotter. Das heißt: Sparer dürfen nicht damit rechnen, in absehbarer Zukunft mehr für ihr Guthaben zu erhalten – umgekehrt werden Kredite relativ günstig bleiben. Aber nur bei uns, Griechenland muss horrende Zinsen zahlen.

Österreichs Geldinstitute haben den Hellenen etwa 5 Milliarden geliehen, deutlich weniger als Institute anderer Länder. Zotter: „Wenn die EU jetzt dem Staat Griechenland nicht hilft, müssen die EU-Länder ihren Banken helfen. Das wäre dann allerdings noch teurer.“ (Lesen Sie hierzu: Wirtschaftsexperte: "Man soll Griechenland helfen") Lässt die EU Griechenland fallen, suchen sich die Spekulanten neue Opfer. AK-Experte Zotter: „Die Märkte werden dann gegen Portugal, Irland und Italien antesten.“

Unterdessen stufte die Rating-Agentur Standard & Poor’s auch die Kreditwürdigkeit Spaniens herunter: Der Euro-Kurs stürzte innerhalb weniger Sekunden nach unten …

Peter Lattinger


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