Griechenland-Pleite

Griechenland weiter im Sumpf, Portugal unter Druck

Hintergrund der Senkung seien Sorgen, dass das Mittelmeerland nicht die notwendigen Reformen durchsetzen könne, um seine Schulden abzubauen, erläuterte die Agentur. Griechenland bekommt nun auf den Märkten kein Geld mehr. Auch die Kreditwürdigkeit Portugals wurde von S&P gestern heruntergestuft. Hintergrund seien auch hier wachsende Zweifel an der Fähigkeit des Landes, mit seiner enormen Schuldenlast fertig zu werden.Die Börse in Lissabon stürzte zum Handelsschluss um 5,36 Prozent ab. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr wurde unterdessen durch einen Streik nahezu lahmgelegt.

Panik in Griechenland
Auch der Euro konnte sich den Entwicklungen nicht entziehen, die europäische Währung bis auf 1,3144 Dollar gehandelt, die Aktienmärkte in New York und Asien rutschen ab. In Griechenland ist gestern Abend Panik ausgebrochen. "Es ist eine Attacke gegen das Land. Etwas muss jetzt dringend geschehen", hieß es in einem Kommentar im staatlichen Fernsehen. Viele Sender unterbrachen sofort ihr Programm und berichteten vom "neuen Schlag gegen die Wirtschaft" des Landes.

Der Athener Aktienindex Athex Composite schloss mit einem Minus von 6,00 Prozent auf 1.696,68 Punkten. Seit Jahresbeginn hat der griechische Index vor dem Hintergrund der Schuldenkrise des Landes rund 23 Prozent verloren.

Griechenlands freier Fall
Im Handelsblatt riet der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, den Euro-Staaten, sich auf einen möglichen Zahlungsausfall Griechenlands im Jahr 2011 vorzubereiten. Er warnte davor, dass ein unkontrollierter, staatlicher Zahlungsausfall zum Ende des griechischen Bankensystems führen würde. Griechenland werde wohl auch trotz EU-Finanzhilfe seine Schulden nicht zahlen können.

Merkel bei Krisensitzung
Für die Griechen kommt es doppelt dick: Nach eigenen Angaben kann die griechische Regierung kein Geld mehr auf den internationalen Finanzmärkten aufnehmen. Die in Aussicht gestellten Nothilfen der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) müssten daher bis zum 19. Mai bereit stehen, erklärte Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou.

Heute kommt es zu einem Krisentreffen zwischen Deutschland, dem IWF und der EZB, um einen Ausweg aus der Griechenland-Krise zu finden. Kanzlerin Angela Merkel ziert sich weiterhin, die Hilfe ohne Bedingungen zur Verfügung zu stellen. Um den 10. Mai wurde ein EU-Sondergipfel einberufen. Dort soll die Milliarden-Hilfe für Griechenland verabschiedet werden.


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