07.02.2010 um 23:01 Uhr Politik
Kasernen des Heeres in desolatem Zustand
© APA (Archiv/Parigger)
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Einige Kasernen in Österreich sind in desolatem Zustand
Mehr Geld gefodert
Das Hinausschieben oder der Verzicht auf Renovierungsarbeiten führe zu noch höheren Kosten. Aus diesem Grund könne man nur eindringlich raten, "im Budget der Jahre 2010 bis 2014 verstärkt Mittel für die Sanierung von Unterkünften für Präsenzdiener und Kaderpersonal bereitzustellen".
Duschen im Keller
Der Bericht aus der Feder von Volksanwalt Peter Kostelka spricht eine deutliche Sprache: Mehr als eine Milliarde Euro sei notwendig, um Österreichs Kasernen in „einen zeitgemäßen Zustand zu bringen“. So fehle im Spital der Khevenhüller-Kaserne (K) ein Lift für die Patienten. Getrennte Umkleidemöglichkeiten für Frauen und Männer bestehen nicht. Als Beispiel für die katastrophalen Zustände nannte Volksanwalt Peter Kostelka unter anderem die Benedek-Kaserne in Bruckneudorf (Burgenland): Für eine Unterkunft mit 36 Betten befänden sich die Duschräume in einem anderen Gebäude im Kellergeschoß in 200 Meter Entfernung. In der gleichen Einrichtung würden "Welten aufeinanderprallen": Vor wenigen Tagen seien am Truppenübungsplatz zwei generalsanierte Häuser mit deutlich mehr Wohnkomfort eröffnet worden: Jedes Zimmer sei mit WC und Dusche ausgestattet. Ein Problemkind bleibt die Schwarzenbergkaserne bei Salzburg: Dort sei das Unterbringen von Soldaten „eine Zumutung“.
Bereits im Februar 2009 sorgten Warnungen vor "teilweise lebensbedrohlichen" Zuständen in den Kasernen für Schlagzeilen. Die Offiziersgesellschaft hatte damals über "Dritte Welt-Substandard" und Geldmangel geklagt.
Darabos kontert
Verteidigungsminister Norbert Darabos konteret dem Vorwurf der Volksanwaltschaft mit einer Auflistung von Investitionen: "In meiner Amtszeit wurden bisher 311 Mio. Euro in Bauvorhaben investiert. Infrastrukturinvestitionen für die Truppe haben auch in Zukunft für mich klare Priorität. Erst vergangene Woche konnten wir neue Unterkünfte um 6,4 Mio. Euro in der Benedek-Kaserne in Bruckneudorf eröffnen", stellte Darabos heute in einer Aussendung fest. „Investitionen in die Infrastruktur für die Truppen haben für mich auch in Zukunft klare Priorität“, erklärte Darabos. Die Sanierungen der Kasernen können jedoch, so der Minister weiter, „nur Schritt für Schritt“ erfolgen.
APA/red.
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