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Hofburg-Kandidat in Video-Chat

Khol: "Bin überzeugt, dass ich immer wieder abgehört werde"

Andreas Khol

Andreas Khol (© ÖVP)

Am Dienstag stellte sich der Bundespräsidentschaftskandidat der ÖVP, Andreas Khol, im Videochat den Fragen von Schülern und "Heute"-Lesern. Dabei ging es neben der aktuellen Flüchtlingskrise auch um Datenschutz und Überwachung. "Ich bin überzeugt, dass ich auch immer wieder abgehört werde", meinte Khol.

Das Flüchtlingsthema war auch beim "Heute"-Hangout mit Andreas Khol eines der prägenden Themen. Aber die Fragen der Schüler einer 7. Klasse des BRG Schopenhauerstraße sowie des "Heute"-Lesers aus Wien-Favoriten drehten sich auch um die Mindestsicherung, neue Medien und Dateschutz.

Khol über...

... seine Handynutzung:

Khol outete sich als "Power-User": "Ich habe zwei Handys, eins für Journalisten, eins für Politiker." Bei seiner Familie hebe er natürlich auf beiden Handys immer ab. "Ich habe eine Telegram-Plattform, die nennt sich 'Familienrat', da wird alles, was ich mache und sage, von meiner Familie kommentiert." 

... Datenschutz und Überwachung:


Er habe keinerlei Datenschutz-Bedenken, sagte Khol. "Ich bin überzeugt, dass ich auch immer wieder abgehört werde", sagte er. Der Ex-Nationalratspräsident vermutet, dass Richtmikrophone auf sein Büro gerichtet sind. Das beunruhigt ihn allerdings nicht: "Ich lebe damit. Manchmal ist das, was ich kommuniziere, schon geheim, aber manchmal tut mir der Geheimdienst, der mich abhört, leid."

... Zuwanderung:


"In Hinblick auf die derzeitigen an Asyl- und Schutzbedürftigen können wir auf die normale Zuwanderung vergessen", sagte Khol. Österreich habe die nächsten Jahre genug damit zu tun, die angekommenen Flüchtlinge zu integrieren. Die Obergrenze von 37.500 ist für ihn "die Grenze dessen, was wir erreichen können. Da brauchen wir keine zusätzliche Einwanderung mehr", so Khol.

Auf die Flüchtlingskrise hätte er als Bundespräsident allerdings früher reagiert. "Ich hätte schon bei den ersten Meldungen, dass ein Flüchtlingsstrom auf uns zukommt, die Regierung zu mir gerufen und ein Programm verlangt, das die Sorgen und Bedürfnisse ernst nimmt", sagte der ÖVP-Kandidat. "Ich hätte nicht ein Jahr gewartet."

... sein eigenes Flüchtlingsschicksal:


"Ich war ein ausgebombtes Flüchtlingskind", sagte Khol über seine Vergangenheit. Österreich habe ihn und seine Familie aufgenommen und ihm ein Ausbildung ermöglicht. Das ist auch seine Motivation, als Bundespräsident zu kandidieren: "Darum will ich will etwas zurückgeben. Ich bin ein Patriot, ich liebe das Land, ich liebe die Leute."

... Mindestsicherung:


Flüchtlinge sollten laut Khol Mindestsicherung vor allem in Sachleistungen beziehen. "Ich bin der Meinung, dass Flüchtlinge laut der Genfer Konvention anders behandelt werden können als Menschen im Inland, die in ein Sozialsystem eingezahlt haben", so der studierte Verfassungsrechtler. "Unsere Mindestsicherung ist zum Teil viel zu hoch", kritisierte. Bei Staatsbürgern sollte die Mindestsicherung so festgelegt werden, "dass arbeitende Menschen sich nicht diskreditiert und diskriminiert fühlen".

... was eine Familie verdienen soll:


"Ich wünsche mir, dass eine vierköpfige Familie 2.400 Euro im Monat zur Verfügung hat, durch Einkommen und Kinderbeihilfe", sagte Khol. Das sei allerdings keine Forderung nach einem neuen Mindestlohn, sondern "ein Wunschziel, dass die arbeitende Bevölkerung besser an der wachsenden Wirtschaft beteiligt wird." Er möchte, "dass eine vierköpfige Familie in Österreich nicht in Armut lebt."

... was er an Österreich ändern möchte:


Bei den Österreichern ortet Khol "eine gewisse Reformmüdigkeit". Auch "eine gewisse Mieselsucht gibt es und ein Motschgern und ein Jammern auf einem sehr hohen Niveau". Hier wolle er "auf die Menschen zugehen und ihnen Mut machen". "Ein Politiker muss ein Mutmacher sein" und zeigen, dass Östereich "ein wunderbares Land" sei "und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten", so Khol.
 

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Zum Nachlesen: Das war der Video-Chat mit Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss
 

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