Alle Fakten zu:
Bis Monatsende steht das Team

Meuterei: Stronach holt sich BZÖler für Klubstatus

Das Rätsel um den nächsten Mann, der vom BZÖ ins Team Stronach übersiedelt, ist geklärt. Der Vorarlberger Christoph Hagen hat den fliegenden Wechsel vom orangen Bündnis in die neue Bewegung des austro-kanadischen Magna-Gründers vollzogen. Gleichzeitig wurden noch weitere Neuzugänge aus dem BZÖ beim "Team Stronach"angekündigt. Die Orangen schlossen Hagen ungehend aus der Partei aus. Doch die 'Meuterei' im BZÖ scheint unaufhaltbar, um der Stronach-Partei zum Klubstatus im Parlament zu verhelfen.


"Es gibt viel Frust im BZÖ, das ist Untergangsstimmung angesagt. Deshalb wollen wir erreichen, mindestens fünf aus dem BZÖ zum 'Team Stronach' zu bekommen, weil wir dann ohne Zustimmung des Nationalrats bis Ende Oktober einen eigenen Klub im Parlament gründen können.", bestätigte Nationalratsabgeordneter Robert Lugar (Ex-BZÖ). "Wären es Abgeordnete verschiedener Parteien, wäre dies laut Geschäftsordnung nicht so einfach möglich."

Lugar leitet die Geschäfte des 'Team Stronach' in Abwesenheit des Milliardärs. Der 80-jährige Austro-Kanadier befindet sich im Moment in Kanada und hat Lugar freie Hand bei der Umsetzung dieses Plans gewährt. Letztlich sollen rund sieben bis zehn Personen die Wahlwerbung tragen und die neue Partei nach außen repräsentieren.

Es fehlt nur noch ein BZÖler
Mit Hagen hat die Stronach-Partei jetzt schon fünf Abgeordnete im Nationalrat und könnte somit bereits Klubstatus beantragen. Um wie erwähnt aber automatisch Fraktionsstärke zu erlangen, bräuchte es noch einen BZÖ-Abgeordneten zu den bereits vorhandenen vier, weil Stronach-Mandatar Gerhard Köfer aus der SPÖ kommt.

Hagen glaubt, dass dies kein Problem darstellen wird: "Ich gehe davon aus, dass noch ein fünfter BZÖler wechseln wird." Bündnis-Obmann Josef Bucher sei von ihm persönlich über seinen Schritt informiert worden.

Lugar: "Verraten keine weitere Namen"
Wer der potenzielle nächste 'BZÖ-Überläufer' ist, will Lugar noch nicht verraten. "Wir haben viele Gespräche geführt und wir werden sehen, wer noch zu uns kommen will. Wir werden aber nicht mehr offensiv auf die Leute zugehen. Die Betreffenden wissen bescheid und können sich nun entscheiden. Ich werde deshalb auch keine Namen verraten, solange sich diese Personen nicht deklariert haben."

Das 'Team Stronach' habe sogar schon den Beitritt eines ÖVP-Mandatars abgelehnt, "weil wir unbelastete Abgeordnete wollen und die findet man eher in den hinteren Bänken des Nationalrats", sagte Lugar.

Ein Drittel der BZÖler weg
Das BZÖ hat in dieser Legislaturperiode einen außergewöhnlichen Schrumpfungsprozess vollzogen. Mit dem Abgang von Christoph Hagen zur Stronach-Partei ist schon ein Drittel der orangen Sitze abhanden gekommen. Gehörten dem Klub des Bündnisses nach dem sensationellen Wahlerfolg unter Spitzenkandidat Jörg Haider im Jahr 2008 ursprünglich 21 Mitglieder an, sind es seit heute gerade noch 14.

Geht das BZÖ im 'Team Stronach' auf?
Nun stellt sich die Frage, wie es mit dem BZÖ im Hinblick auf die Nationalratswahl 2013 weitergeht. Was macht Bucher nun? Wer bleibt übrig?  Noch werden Durchhalteparolen ausgegeben. Immerhin sind prominente Namen wie Stefan Petzner, Ursula Haubner, Herbert Scheibner oder Peter Westenthaler "orange".

"Der Selbstreinigungsprozess des BZÖ setzt sich mit dem Abgang von Christoph Hagen fort", äußerte sich BZÖ-Nationalratsabgeordneter Gerald Grosz zu den euesten Entwicklungen. "Niemand braucht käufliche Politsöldner und Wendehälse. Realpolitisch hat der Abgang des Vorarlbergers Nationalratsmandatars keinerlei Auswirkung auf den Erfolg des Bündnisses."

Die bundespolitischen Chancen des BZÖ hätten sich weder verbessert noch verschlechtert. "Stronachs 'Goldene Regel' - wer das Gold hat, macht die Regeln zieht nicht."

Was bringt der Klubstatus eigentlich? Antworten auf Seite 2!
1 2

Ihre Meinung

Diskussion: 4 Kommentare