Politik

Parlamentswahlen: Japan vor historischem "Change"

Letzten Umfragen zufolge wird die Demokratische Partei Japans (DPJ) unter Oppositionsführer Yukio Hatoyama einen klaren Sieg über die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) von Ministerpräsident Taro Aso erringen. Hatoyama würde in dem Fall neuer Regierungschef werden.

"Change" für Japan?
"In der Vergangenheit mögen Sie gedacht haben, dass ihre Stimme nichts in der Politik veränderte. Aber diese Wahl ist anders", rief der 62-jährige Chef der DPJ dem Wahlvolk am Vorabend des Urnengangs zu. Dies sei die erste Wahl, die einen echten Machtwechsel bewirken könne. Hatoyama zog einen direkten Vergleich zu US-Präsident Obama und dessen Idee des Wandels. Die USA hätten Geschichte neu geschrieben, "warum nicht auch Japan?"

Parlamentssitze verdreifachen?
Hatoyamas Partei könnte laut Umfragen von bisherigen 112 auf mehr als 300 der insgesamt 480 Sitze im Unterhaus kommen. Der 62-Jährige versprach dem Volk, die DPJ werde die bisherige von "Bürokraten geführte unverantwortliche Politik" beenden. Viele Bürger des Landes glauben nicht mehr, dass die seit über 50 Jahren mit nur einer kurzen Unterbrechung regierende LDP des unbeliebten Regierungschefs Taro Aso die großen Probleme des Landes lösen kann.

Glaube an LDP verloren
Die 1955 gegründete LDP hatte Japan nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg im Pakt mit der Wirtschaft und Bürokratie zu Wohlstand und Stabilität geführt. Dafür verzieh ihr das Volk Vetternwirtschaft und Skandale. Doch damit scheint Schluss zu sein. Viele Bürger werfen der LDP Missmanagement vor und geben ihr die Schuld an Japans Stagnation und der immens steigenden Arbeitslosigkeit.

APA/red


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