Konsequenzen

Warum alle Umfragen diesmal komplett versagten

Polit-Experte Peter Hajek

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Die Wähler haben Van der Bellens Umfrageflügel gestutzt. Elf von zwölf "Sonntagsfragen" im März und April sahen den Ex-Grünen-Chef auf Platz 1. Einzige Ausnahme: IMAS schätzte für die "Krone" Van der Bellen auf Platz 3, Hofer und Hundstorfer ex aequo auf Platz 1 – nicht gerade in der Nähe des echten Ergebnisses.

Warum irrten alle renommierten Institute? Was sind die Folgen? "Heute" sprach mit Peter Hajek von Unique Research.
  • Methode: "Wähler werden immer beweglicher, entscheiden sich immer später und sind nicht mehr nur mit Telefoninterviews erreichbar", erklärt Hajek. Die Konsequenz: "Ein Mix aus Anrufen und Online-Fragebogen."
  • Gesellschaft: Bauern, Bürger, Arbeiter – die alten Gesellschaftsstrukturen seien aufgelöst. Hajek: "Es gibt neue Gruppen und jede Gruppe hat mehrere Parteien in ihrem Mindset." Das müsse besser erforscht werden.
  • Deklaration: Die Bekennerquote von FPÖ-Wählern schwanke von Wahl zu Wahl. Hofer: "2015 haben sich in der Steiermark die FPÖ-Wähler in den Umfragen nicht deklariert. Im Herbst in Wien aber schon. Bei der Hofburg-Wahl 2016 haben sie sich wieder weniger deklariert. Auch das müssen wir erforschen."
  • Erwartung: "Eine Hochschätzung ist keine Prognose des Wahlergebnisses", so Hajek. Sie bildet den Ist-Zustand ab. "Medien müssen das deutlich kommunizieren, auch die Unsicherheiten – so wie es 'Heute' getan hat, was international anerkannt wurde."
  • Sperrfrist: Anzudenken sei, kurz vor Wahlen keine Umfragen zu publizieren – wie es "Heute" freiwillig tut.
(enu)

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