Griechenland-Pleite

Wirtschaftsexperte: "Man soll Griechenland helfen"

„Angela Merkel ist keine Ökonomin, das ist ein Problem“, hält sich Ökonom Schulmeister mit Kritik an der zögerlichen Haltung der deutschen Kanzlerin nicht zurück. Er vermisse in Europa derzeit politische Führungskraft (Leadership). „Wer Griechenland keine Chance gibt, schneidet sich ins eigene Fleisch“, ist Schulmeister überzeugt und begründet, warum: „Die EU-Staaten sind voneinander abhängig. Konsumiert Griechenland nicht mehr, bricht in Deutschland der Export ein“, nennt der Wifo-Experte nur ein Beispiel.

Wohlstand nicht durch Spekulation
„Sparen heißt Verweigerung. Das haben wir aus der Krise in den 1930er-Jahren gelernt“, fährt Schulmeister fort. Gerade in der Rezession brauche es Investition in die Umwelt oder in den Verkehr. Wohlstand werde durch Schaffung realer Werte und nicht durch Spekulation geschaffen.

Griechenland ist für Schulmeister nur das Symptom, nicht die Krankheit. „Wir brauchen in Europa ein neues wirtschaftspolitisches Grundkonzept“, ist er überzeugt – und bemüht die Geschichte: Der ehemalige US-Präsident Roosevelt bündelte mit seinem „New Deal“ Wirtschafts- und Sozialreformen, um gegen Massenarbeitslosigkeit (gleich Konsumverweigerung) anzukämpfen.

Eine Alternative zur Rettung des südeuropäischen Landes sieht Schulmeister nicht: „Fällt Griechenland, haben wir eine größere Krise als nach der Pleite von Lehman Brothers.“

Karin Strobl


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