Beamten-Chef Neugebauer Politik

Der Steuerzahler als armes Würstel

Der Steuerzahler als armes Würstel

Gewerkschafter Fritz Neugebauer (VP) beim Würstelstand am Schottentor in Wien: Am Abend vor der finalen Verhandlung stärkte sich der Blockierer mit Wurst und Bier (© Leserreporter)

Neugebauer
Gewerkschafter Fritz Neugebauer (VP) beim Würstelstand am Schottentor in Wien: Am Abend vor der finalen Verhandlung stärkte sich der Blockierer mit Wurst und Bier
280 Millionen € mehr für Staatsbedienstete – warum gilt für sie die Schuldenbremse nicht?

Während sich der Großteil der Bevölkerung auf beinharte Sparmaßnahmen vorbereiten muss, können Beamte die Sektkorken knallen lassen. Denn die 350.000 Staatsdiener erhalten ab Februar nächsten Jahres um 2,68 bis 3,36 Prozent mehr Gehalt – im Schnitt also ein Plus von 2,95 Prozent. Der Deal zwischen Gewerkschafter Fritz Neugebauer auf der einen und der Regierungsspitze auf der anderen Seite kostet uns 280Millionen Euro.

Und: Wir Steuerzahler müssen weiterhin kostspielige Privilegien der Beamten finanzieren. Beispiele: Zwar wurde die Prämie für Staatsdiener nach 35 Dienstjahren gestrichen (vier Monatsgehälter). Doch die Jubiläums- Zuwendungen nach 25 Dienstjahren (zwei Monatsgehälter für etwa 18.000 Profiteure) und nach 40 Dienstjahren (vier Monatsgehälter, etwa 10.000 Personen) bleiben erhalten. Zudem sorgen Biennalsprünge dafür, dass Beamtengehälter ohnehin alle zwei Jahre um 3,6 Prozent steigen (das entspricht 1,8 Prozent pro Jahr) – und zwar völlig unabhängig von den Gehaltsverhandlungen.

Auch ein Blick auf die Statistik entlarvt die Beamten-Privilegien: Laut „Presse“ stiegen die Gehälter von Angestellten zwischen 1999 und 2009 um 3,5 Prozent auf 34.146 Euro Jahresgehalt. Das Plus der Beamten lag hingegen bei satten 26 Prozent (51.228 € pro Jahr).

Grünen-Chefin Glawischnig beantragt morgen im Nationalrat eine Neuverhandlung. Sie fordert eine Nulllohnrunde für Staatsdiener, die mehr als 4200€ im Monat verdienen. Betroffen wäre jeder dritte Beamte. Mögliche Ersparnis: 130 Millionen €.

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3 Kommentare
Creaktor Routinier (68)

Antworten Link Melden 0 am 24.02.2012 20:05

In meiner Abteilung gibt es 27 Staatsdiener. Keiner bekommt mehr als 2500 Euro brutto. Der Durchschnitt liegt bei 1.700 - 1800 Euro = netto ca. 1.300,--
Eine 0-Lohnrunde würde diesen Leuten noch einmal 50 Euro kosten, zudem bleiben sie auch in den folgenden Jahren immer hinter allen anderen zurück.

zweifelnde Newcomer (1)

Antworten Link Melden 0 am 06.12.2011 14:47

Wir sind bei uns im Büro 15 Leute (zwischen 25-61 Jahre)...alles öffentliche Staatsdiener...hier verdient KEIN EINZIGER über 4.200€ monatlich!
Ich frag mich langsam wirklich, wo die "seriösen" Medien immer ihre Vergleichswerte hervorkramen!!

Bonehead Newcomer (1)

Antworten Link Melden 0 am 06.12.2011 10:20

Als kleiner Vertragsbediensteter, der leider immer in einen Topf mit den Beamten geworfen wird, freue ich mich auch über die Abgeltung der Inflation ... hab´ wie jeder andere auch Rechnungen zu bezahlen usw.
P.S. ich war mit den überzogenen Forderungen von Hrn. Neugebauer nie einverstanden, so wie viele andere VB und Beamte auch nicht ... bitte zukünftig nicht immer alles in einen Topf werfen und reißerisch drüber "berichten".

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