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08.01.2012

ORF-Chef Wrabetz

"Bin nicht politisch erpresst worden"

Alexander Wrabetz

Alexander Wrabetz hält an der Bewerbung Pelinkas fest (© Graf)

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hält in einem Interview mit der APA an der umstrittenen Bewerbung Niko Pelinkas für den Posten als Büroleiter fest. Er habe diesem "aus guten Gründen das Angebot gemacht, in den ORF zu kommen".

Herr Generaldirektor, die geplante Besetzung Ihrer Büroleitung mit Niko Pelinka erregt die Gemüter. Sind sie wirklich "politisch erpresst" worden, wie etwa Armin Wolf behauptet?
Wrabetz: "Erstens suche ich mir meinen Büroleiter wie alle meine Büromitarbeiter selber aus, habe keine politischen Gespräche dazu geführt und das auch nicht vor. Ich bin nicht politisch erpresst worden und werde mich auch nicht politisch erpressen lassen. Das weise ich ganz scharf zurück. In den letzten 14 Jahren meiner Tätigkeit im ORF ist immer wieder von verschiedenen Seiten erfolglos versucht worden, Druck auf mich auszuüben, in diesem Fall jedoch nicht. Ich habe aber auch in der Vergangenheit in anderen Fällen Leute gegen internen und externen Druck durchgesetzt. Auch solche, die mich jetzt kritisieren."

Pelinka sagt, er habe Ihnen angeboten, seine Bewerbung zurückzuziehen. Sie hätten aber abgelehnt. Warum halten Sie eigentlich trotz des zweiwöchigen Proteststurms an ihm fest?
Wrabetz: "Ich habe ihm aus guten Gründen das Angebot gemacht, in den ORF zu kommen. Jetzt gibt es alle Formen der Kritik von Personen, deren Sorgen ich berechtigterweise ernst nehme, aber auch von sehr vielen, die mit vorgeschobenen Argumenten etwas ganz anderes erreichen wollen, nämlich eine Schwächung des ORF. Ich werde das Ausschreibungsverfahren ganz normal durchführen, das soll formal alles richtig ablaufen und ich gehe auch davon aus, dass Niko Pelinka sich bewerben wird."

Kritik hat vor allem das ungewöhnliche Timing hervorgerufen: Einen Tag vor Weihnachten wurde öffentlich mitgeteilt, Pelinka werde ihr Büroleiter, als die in diesem Fall vorgeschriebene Ausschreibung noch gar nicht veröffentlicht war. Warum dieser Zeitablauf?
Wrabetz: "Bestimmen kann man es erst natürlich erst nach einem durchgeführten Ausschreibungsverfahren. Dass man aber vorher als Alleingeschäftsführer auch sagt, wen man will, halte ich für fair und transparent und auch durch das Gesetz gedeckt. Das ist keine Funktion, wo man danach auswählt, wer gerade die Wiener Zeitung aufgeschlagen hat. Da geht es insgesamt darum, wie ich meine Generaldirektion aufstellen will. Dazu muss ich schon einmal betonten, dass ich ohne Gegenstimme von 29 Stiftungsräten gewählt worden bin, und zwar von Vertretern aller Bundesländer, aller Parteien, allen Institutionsvertretern, den Betriebsräten, der Kirchen und den Vertretern der Industrie. Daher bin ich auch per Gesetz legitimiert und dazu angehalten, das Unternehmen zu führen und Entscheidungen zu treffen."

Warum dann eigentlich eine Ausschreibung? Als lästige Pro Forma-Handlung bei einer Personalie, die ohnehin schon fix ist?
Wrabetz: "Das Gesetz ist das Gesetz. Es dient vor allem der Transparenz kundzutun, wann wo welche Positionen besetzt werden. Das wird eingehalten, insbesondere in diesem Fall. In den letzten 20 Jahren ist man nie so vorgegangen. Ich wollte das von vornherein und hab daher am 23. Dezember veranlasst, dass die Ausschreibung erfolgt."

Wann wird Pelinka also bei Ihnen anfangen?
Wrabetz: "Mehr kann ich dazu nicht sagen, das wird formell ablaufen. Man wird sehen, wer sich beworben hat, und möglicherweise wird es ein Hearing der Gleichstellungsbeauftragten geben."

Um den zweiten Teil des Interviews zu lesen, Blättern Sie bitte um.

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