Privilegien-Aus beschlossen Politik

Diplomatenpässe für VIPs sind nun Geschichte

Automatische Passkontrolle

Etwa 2500 Diplomatenpässe sind derzeit im Umlauf

Automatische Passkontrolle

Etwa 2500 Diplomatenpässe sind derzeit im Umlauf

Der Ministerrat hat am Dienstag die Abschaffung der Diplomatenpässe für Ex-Politiker beschlossen. Damit erhalten im Wesentlichen nur noch aktive Spitzenpolitiker ("Oberste Organe") sowie Berufsdiplomaten einen Diplomatenpass, nicht aber ehemalige Regierungsmitglieder, einfache Abgeordnete, diverse Unternehmenschefs und deren Angehörige.

Anders als im Vorfeld kommuniziert, haben die Betroffenen nur drei Monate Zeit, um ihre Pässe zurückzugeben. Außenminister Michael Spindelegger (V) hatte vor der Regierungssitzung noch von sechs Monaten gesprochen. Spindelegger betonte, er habe sich für die Reform des Passgesetzes internationale Vergleichsmodelle angesehen und sich dann für eine "restriktive Regelung" nach deutschem Vorbild entschieden.

"Es gibt kein Privileg, sondern eine strikte, sachgerechte Regelung", erklärte Spindelegger. Sollten sich im parlamentarischen Prozess auch einfache Abgeordnete in die Liste der Diplomatenpass-Berechtigten hineinreklamieren, dann würde er das "zur Kenntnis nehmen", betonte der Außenminister auf Nachfrage. Signale in diese Richtung gäbe es aber nicht.

Unklarheit über Anzahl
Wie viele Diplomatenpässe es künftig noch geben wird, will man im Außenministerium nicht beziffern. Zwar würden nicht alle der rund 1200 Mitarbeiter im Außenamt einen derartigen Pass besitzen, dafür aber die Familienmitglieder der im Ausland tätigen Diplomaten. Anspruchsberechtigt seien zudem auch jene Mitarbeiter an den Botschaften, die nicht direkt für das Außenministerium arbeiten - etwa die Außenwirtschaftsvertreter.


PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von Heute.at!

Ihre Meinung

Ihre Meinung

Fotoshows aus Politik (10 Diaserien)
Weitere Interessante Artikel