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31.01.2012

FPÖ-Chef zu Juden-Sager

Strache will "Vergleich nicht so gemacht" haben

Im Rahmen der ZiB2 äußerte sich Heinz-Christian Strache am Dienstagabend erstmals zu den heftigen Vorwürfen rund um seine kolportierten Aussagen während des Ball des Wiener Korporationsrings am vergangenen Freitag. Der FPÖ-Chef verteidigte im Gespräch mit Armin Wolf seinen vermeintlichen Juden-Sager, den Vergleich mit der Reichskristallnacht und nahm Stellung zur Orden-Causa.

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Armin Wolf und Heinz-Christian Strache

"Ich bin zufrieden", erklärte ORF-Moderator Armin Wolf nach dem Interview auf Twitter (© ORF TVthek)

Strache sei "zutiefst entsetzt und empört" darüber, was ihm in den vergangenen Tagen medial vorgeworfen wurde. "Hier wurden Dinge, Aussagen und Inhalte aus dem Zusammenhang gerissen und verdreht", beklagte der FPÖ-Obmann in der ZiB2 - ein ähnliches Statement war bereits zuvor auf der Facebook-Fanpage des 41-Jährigen zu lesen. Er habe "tiefstes Mitgefühl zu allen Opfern des NS-Regimes".

"Weinende Frauen in Todesangst"
Laut einem Artikel des Standard soll Strache auf dem WKR-Ball im kleinen Kreis "Wir sind die neuen Juden" und "Das ist wie in der Reichskristallnacht" gesagt haben. "Diesen Vergleich habe ich so nicht gemacht", entgegnete der FPÖ-Chef im Interview mit Armin Wolf. Er habe lediglich in einem Vier-Augen-Gespräch gesagt, dass er jetzt begreife, "wie solche totalitären Massenpsychosen wie damals in der Reichskristallnacht zustande kommen". Zuvor sollen im Rahmen des Balls "weinende Frauen in Todesangst", "Frauen denen man ins Gesicht gespuckt und geschlagen hat", hilfesuchend an den FPÖ-Obmann herangetreten sein.

Armin Wolf und Heinz-Christian Strache

Der FPÖ-Chef sieht seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen (© ORF TVthek)

Juden-Zitat von Haider?
Der Satz "Wir sind die neuen Juden“ soll ebenfalls aus dem Zusammenhang gerissen worden sein und stamme nicht von ihm, sondern von Jörg Haider, so Strache. Er habe beim WKR-Ball lediglich über dieses Zitat gesprochen.

Die Redaktion des Standard hielt dagegen in einer schriftlichen Stellungnahme fest, dass gegenüber ihrem Journalisten Tobias Müller an diesem Abend in der Hofburg im persönlichen Gespräch mit Strache nie der Name Haider gefallen sei, auch sei zu keiner Zeit von einem Haider-Zitat die Rede gewesen. Dies könne eine Zeugin bestätigten, die von Anfang an an diesem Gespräch teilgenommen habe.

Bundespräsident hat "nicht einmal angerufen"
Bezüglich der Entscheidung des Bundespräsidenten Heinz Fischer sagte Strache nur, dass er von der Art und Weise der Vorgangsweise enttäuscht sei. Der Bundespräsident habe ihn "nicht einmal angerufen", um seine Sicht der Dinge darstellen zu können, bevor er die Verweigerung des "Großen Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern" bekanntgegeben habe.

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2 Kommentare von unseren Lesern

0

lisaK2012 (1)
01.02.2012 10:07

Der Strache
Da hat sich der Strache wieder mal reingehängt, jetzt hängt er drin, verhangen in seinen selbst gesponnenen Fäden.
Wer seriös Politik betreiben will, muss verstehen (nicht so wie Strache ein paar Wörter aus dem Geschichtsbuch nach plappern), warum gewisse Begriffe einfach nicht in einen anderen Zusammenhang gestellt werden können. Erst recht nicht um sich selbst als Opfer darzustellen.

1

petterson (41)
01.02.2012 08:32

cc
Ein politisch nicht unabhängiger Sender verhört Strache. Wer das gesehen hat weiß wovon ich Spreche. Auch wenn ich kein Strache-Fan bin, Armin Wolf hat echt den Beruf verfehlt und sollte lieber das Wetter moderieren.

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