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12.03.2012

Koka-Legalisierung gefordert

Boliviens Präsident war zu Besuch in Wien

Heinz Fischer und Evo Morales

Heinz Fischer bekam Besuch von seinem bolivianischen Amtskollegen Evo Morales (© Robert Jäger/APA)

Der bolivianische Präsident Evo Morales war am Montag zu Besuch in Wien. Er forderte auf einer UNO-Konferenz die Legalisierung von Koka-Blättern für die indigene Bevölkerung. Er traf auch Bundespräsident Heinz Fischer.

Der bolivianische Präsident Evo Morales hat in Wien die Legalisierung von Koka-Blättern für die indigene Bevölkerung in Lateinamerika gefordert. "Der historische Irrtum muss korrigiert werden, um das Koka-Kauen der Indigenen zu erlauben", sagte er am Montag bei einer UNO-Drogenkonferenz. Abkommen im Rahmen der UNO verbieten den Anbau der Koka-Pflanze, aus der die Droge Kokain gewonnen wird.

Morales betonte, Bolivien sei entschlossen, die "Geißel der Drogen" zu bekämpfen. "Wir haben Ernten und Labore zerstört", betonte Morales vor Vertretern von 120 Teilnehmerstaaten der Konferenz des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Seine Regierung wünscht schon seit einigen Jahren eine Unterscheidung zwischen illegalem Koka-Anbau zur Kokain-Produktion und der in Bolivien traditionellen Nutzung der Pflanze als Stimulanzmittel.

Im Rahmen seines eintätigen Österreich-Besuchs traf Morales auch Bundespräsident Heinz Fischer. Dieser habe seine Unterstützung für die Drogenbekämpfung in Bolivien versichert, aber auch erneut betont, dass er sich für das Recht der Indigenen auf Nutzung des Koka-Blattes ausspreche, teilte Präsidentensprecher Bruno Aigner mit.

Morales: "Imperialistische Kräfte" verhindern Legalisierung
Der frühere Koka-Bauer Morales hat bei Aufenthalten in Österreich in den vergangenen Jahren immer wieder für das Koka-Blatt geworben. Vor einem restlos gefüllten Hörsaal der Universität Wien sagte Morales, es seien die USA und andere "imperialistische Kräfte", die eine Legalisierung der Koka-Nutzung und damit eine Verbesserung der Lebensumstände der meist armen Koka-Bauern verhinderten.

Mit seiner anti-imperialistischen Haltung begründete der Boliviens Präsident auch die Weigerung seiner Regierung, eine Resolutions zur Verurteilung des syrischen Regimes in der UNO-Generalversammlung zu unterstützen. Bolivien erkenne alle demokratisch gewählten Regierungen an, bei dem Konflikt in dem Nahost-Staat handle es sich um eine "interne Angelegenheit". Hinter den Rufen nach einer Militärintervention der westlichen und arabischen Staaten stünden geschäftliche Motive.

Morales rechtfertigt Rauswurf des US-Botschafters
Seit dem 11. September 2001 würden alle Anti-Imperialisten beschuldigt, Terroristen zu sein. "Es gibt Länder, die jeden Vorwand für ihre Zwecke benutzen", sagte Morales. Federführend dabei seien die USA, deren Außenpolitik sich gegen die linken Regierungen in Lateinamerika richte. "Ich schäme mich überhaupt nicht, dass ich den US-Botschafter in Bolivien aus dem Land geworfen habe", sagte Morales. Es habe eine "Verschwörung" gegen ihn unterstützt.


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