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29.03.2012

Protest gegen Schönborn

Schweinebörse ruft zu Kirchenboykott auf

Hans Schlederer

Schweinebörse-GF Hans Schlederer fordert Bauern auf, nur noch den halben Kirchenbeitrag zu zahlen. (© © BZ)

Weil Kardinal Christoph Schönborn in einem "Heute" Kommentar zum Fleischverzicht in der Fastenzeit aufgerufen hat, fordert jetzt der Chef der Österreichischen Schweinebörse auf, keinen Kirchenbeitrag mehr zu zahlen.

Hans Schlederer ist fuchsteufelswild. Was dem streitbaren Geschäftsführer der Österreichischen Schweinebörse die Zornesröte ins Gesicht treibt, ist ein Kommentar des Wiener Erzbischofs und Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, der darin zum Fleischverzicht aufgerufen hat.

Kardinal Christoph Schönborn

Kardinal Christoph Schönborn (© Lisi Niesner / Reuters)

Halben Beitrag zahlen!
Schlederer ortet in der undifferenzierten Kritik des Kardinals am Fleischkonsum, die nicht zwischen der kleinstrukturierten heimischen Landwirtschaft und Massentierhaltung in Übersee unterscheidet, "bauernfeindliches Verhalten". Würde in Österreich nur noch halb so viel Fleisch gegessen, wie derzeit der Fall, wäre das angesichts der Kleinheit des Landes global völlig bedeutungslos, die heimischen Bauern würden aber die Hälfte ihres Einkommens verlieren, sagt der Geschäftsführer der Schweinebörse.

Daher will er Schönborns Aussagen auch nicht so einfach hinnehmen: "Ich fordere die Bauern auf, nur noch die Hälfte ihres Kirchenbeitrages zu bezahlen."

So argumentiert Schönborn
Es gebe eine Reihe von Argumenten, die "einem den Appetit auf Fleisch verderben", schrieb der Kardinal: Mindestens ein Drittel der globalen Getreideernte werde an Vieh verfüttert; alle Schlachttiere weltweit würden eine Futtermenge verbrauchen, die dem Kalorienbedarf von 8,7 Milliarden Menschen entspreche. Und: "Ein einziges Steak von 225 Gramm enthält so viel Pflanzenenergie, wie benötigt wird, um einen Tag lang 40 hungernde Menschen zu ernähren!" Österreichs höchster Kirchenrepräsentant betrachtet daher den gegenwärtigen "massiven Fleischkonsum" mit der Energieverschwendung als "einen der großen Risikofaktoren für eine gute Zukunft". Für ein nachhaltiges System müsste die Welt auf etwa die Hälfte des derzeit konsumierten Fleisches verzichten: "Die Fastenzeit wäre der richtige Zeitpunkt, damit zu beginnen", so Schönborn.






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8 Kommentare von unseren Lesern

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fuerTiere (97)
01.04.2012 22:05

Vegetarier leben gesünder.
Denn Fleischverzehr fördert das Risiko von Herzinfakten, Blinddarmentzündungen, Bluthochdruck, Osteoporose, Arthritis, Magengeschwüren, Nierensteinen, Diabetes und Krebs!

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fuerTiere (97)
01.04.2012 22:04

Ein Deutscher isst ungefähr 200 Gramm Fleisch
pro Tag. Macht jährlich etwa 80 Kilo Fleisch pro Kopf und rund 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für das ganze Land. Eine solche Masse an Fleisch kann man aber nur bereit stellen, wenn man die Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, nie mehr Fleisch zu essen. Aber eigentlich reicht schon einer...!

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DietrichS (1)
01.04.2012 10:02

Profitsucht verstellt den Blick für die Realität
Wieder einmal verstellt Profitsucht den Blick für die Realität. Es ist bekannt, dass Fleischnahrung 8-11 mal so viel Energieeinsatz bei der Produktion erfordert wie pflanzliche Nahrung. Wertvollste Regenwaldgebiete werden ruiniert, um monotone Kraftfutterplantagen für die maßlose Fleischproduktion anzulegen.
Wem das egal ist, dem ist unsere Erde egal - denkfähige Menschen wissen, dass wir auf sie angewiesen sind, und anständige achten sie überdies. Und die haben auch ein Mitgefühl für die Tiere, die in der Massentierhaltung rücksichtslos als bloßes "Material" missbraucht werden.

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Blaukehlchen (1)
31.03.2012 22:55

Schweinebörse ruft zu Kirchenboykott auf
Kardinal Schönborn hat in allen Punkten 100% recht, und er ist wohl einer der wenigen Geistlichen, die mal einen Blick über den Tellerrand hinaus werfen! Der Geschäftsführer der Schweinebörse täte gut daran, sich mal mit den globalen Folgen des üppigen Fleischkonsums auseinanderzusetzen, anstatt fiese Hetzkampagnen gegen den Kardinal zu starten! Außer den von Herrn Schönborn bereits erwähnten Fakten, die eindeutig gegen den Fleischkonsum sprechen, kommt der Klimawandel. Fleisch ist der Klimakiller Nr.1 ! Und außerdem haben Fleischesser meist gesundheitliche Probleme. Sie erkranken oft an Arteriosklerose, Bluthochdruck, Diabetes, Osteoporose, Rheuma, Arthrose, Gicht, Krebs, haben Herz-Kreislauf-Probleme und sind nicht selten übergewichtig.
Angesichts all dieser Tatsachen ist Herrn Schlederers harsche Kritik an Kardinal Schönborn vollkommen unberechtigt, und seine Aufforderung keinen Kirchenbeitrag mehr zu zahlen, oberdreist!

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FrecherFuchs (1)
30.03.2012 18:42

Fleischkonsum ist einer der Gründe für den Welthunger
An die Skeptiker:
Dann kann man nur drum bitten, sich mal darüber zu informieren, woher wir Getreide und vor allem Futtersoja für unsere Masttiere beziehen. Brasilien mal als Beispiel: dort sterben TÄGLICH 40 Kinder wegen Unterernährung. Zugleich ist Brasilien der größte Exporteur von Futtersoja.
Unser Wohlstand gründet auf Ausbeutung und Armut der Armen und ärmsten Länder. Weil wir deren landwirtschaftliche Anbauflächen zur Befriedigung des Fleischhungers der westlichen Welt reserviert haben (auch die Rodung der Urwälder dient vorrangig dazu, weitere Anbauflächen für Soja oder Palmöl für unseren Bedarf zu gewinnen). Fleischerzeugung ist eine unheimliche Ressourcenverschwendung, wie es Herr Schönborn inzwischen auch erkannt und beschrieben hat und einer der wesentlichen Gründe für über 900 Millionen schwerste unterernährte Menschen auf dieser Erde.

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hueher (416)
31.03.2012 10:53

Antwort auf Fleischkonsum ist einer der Gründe für den Welthunger
Ach sie sind wohl wieder so ein "Messias" der der Welt "Heil" verspricht wenn er an die Hungernden denkt und dabei seine Schweinshaxen verspeißt................????
Mir egal.........ich esse diese gerne, denke dabei an mich!

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unbekannt (1)
30.03.2012 10:48

Fasten ja - aber alles mit Maß und Ziel
Ich habe volles Verständnis für den Protest des Herrn Dr. Schlederer. Ernährung mit Fleisch ist nach meiner religiöser Lebensauffassung völlig in Ordnung. Hat nicht der Vater das beste Mastkalb schlachten lassen und zu einem Fest eingeladen, nachdem der verlorene Sohn zurückgekeht ist. Fasten ist aus meiner Sicht auch okay. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, und da hat es am Freitag kein Fleisch gegeben. Unseren Kardinal möchte ich schon fragen, was haben die hungernden afrikanischen Kinder davon, wenn wir 1/3 weniger Fleisch essen? Vielmehr sollen wir unsere Hirnschmalz anstrengen, damit wir dort der Bevölkerung lernen mehr eigene Lebensmittel zu erzeugen.
Michi

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hueher (416)
30.03.2012 07:19

Dieser "Schweinebaron" tickt wohl nicht ganz richtig oben..........
Gefastet wurde schon seit hunderten Jahren bei uns zur "Fastenzeit", daher kommt auch der Name oder??!!
Warum geht jetzt plötzlich ein Österreicher, nehme an er ist Christ auch, auf die Kirche los???? Es reicht eigentlich, wenn schon unsere "Neubürger" islam.Glaubens
sich über unsere Kultur aufregen, daher ist dieser Protest wohl überflüssig......................!!!!


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