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02.04.2012

Junckers "Nierensteine"

Nach EU-Eklat: Fekters bizarre Ausreden

Jean-Claude Juncker und Maria Fekter im Gespräch auf dem EU-Gipfel: Berichtet er hier von seinen "Nierensteinen"?

Jean-Claude Juncker und Maria Fekter im Gespräch auf dem EU-Gipfel: Berichtet er hier von seinen "Nierensteinen"? (© Reuters)

Der Eklat um die Vorab-Bekanntgabe der Aufstockung des EU-Rettungschirms ist um eine bizarre Facette reicher: Finanzministerin Maria Fekter macht gesundheitliche Probleme - konkret: "Nierensteine" - verantwortlich für die säuerliche Reaktion von Eurogruppen-Boss Jean-Claude Juncker.

"Er hat erzählt, dass er Nierensteine hat und direkt aus dem Krankenhaus kommt, enorme Schmerzen hat. Das erscheint mir mit ein Grund, warum er heftig reagiert hat. Ich nehme ihm das nicht krumm, habe mit ihm hinterher gesprochen, mich auch selber entschuldigt, habe aufgeklärt, dass es keine Pressekonferenz war, die ich gegeben habe" - das sagte Finanzministerin Maria Fekter dem Standard.

"Wollte nur die österreichischen Journalisten informieren"
Fekter fühlt sich - ein wenig - missverstanden, wie sie dem Blatt berichtet: "Ich nehme ihm das nicht krumm, habe mit ihm hinterher gesprochen, mich auch entschuldigt", erklärte sie. Ihr habe das "mangelnde Timing auch leid getan" und sie habe "ja nur die österreichischen Journalisten informieren" wollen, versuchte die Finanzministerin ihr Vorgehen zu rechtfertigen. Ihre "direkte Art zu reden" sei "auf dem diplomatischen Parkett ungewohnt".

Juncker schäumte
Was war geschehen? Die Wiener Ressortchefin hatte noch vor Abschluss des von Juncker geleiteten Eurogruppentreffens am Freitag in Kopenhagen die Einigung auf eine erhöhte "Brandmauer" gegen die Schuldenkrise von "weit über 800 Mrd. Euro" verkündet. Fekter sagte stolz, diese Zahl sei außer Streit gestellt.

Jean-Claude Juncker als Chef der Ministerrunde schäumte vor Wut! Der dienstälteste EU-Regierungschef aus Luxemburg war derart aufgebracht, dass er seine Pressekonferenz absagte - ein Riesen-Eklat. Zumal die Eurostaaten ein starkes politisches Signal an die nervösen Finanzmärkte geben wollten.

Österreichs Anteil bei 900 Mio. Euro
2012 und 2013 muss Österreich rund 900 Millionen Euro in den ab Juli geltenden permanenten Rettungsschirm ESM einzahlen. "Man hat die fünf Einzahlungstranchen, die ursprünglich jährlich angefallen wären, zusammengestaucht. Wir zahlen jetzt die Tranchen im Halbjahresabstand ein", sagte Fekter. Die Mittel seien "im Budgetpfad eingeplant".

Dies habe "natürlich Liquiditätsauswirkungen, aber das werden wir aufbringen, ohne zusätzliche Sparmaßnahmen". Derzeit werde gerade beraten, wie die Abrufung der Haftungssummen für den ESM "parlamentarisch mitbegleitet" wird. 21 Mrd. Euro an Haftungen hat Österreich schon im alten Rettungsschirm EFSF übernommen, 19 Mrd. Euro kommen durch den neuen ESM dazu.

APA/red.



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5 Kommentare von unseren Lesern

0

derpradler (286)
02.04.2012 16:51

Unsere Politiker
sind halt eben nur mittelmäßige Funktionäre!

1

wien1963 (32)
02.04.2012 13:45

Zustimmung zu nicerienars Kommentar
Man kann wirklich fast nichts gegen die Politiker unternehmen. Nur auf sich selbst schauen, und darauf bedacht sein das man so wenig Geld in Deren Taschen fliesen lässt. Ich habe seit einiger Zeit eine Jahreskarte der Wiener Verkehrsbetriebe. Hatte bisher Treibstoffkosten in der Höhe von 200 Teuros, nur um in die Arbeit zu gelangen.
Jetzt kann sich jeder selber ausrechnen um wie viel weniger Geld unsere Politiker von mir in Deren Taschen bekommen.
Jeder sollten seinen Weg, in welcher Form auch immer, um das Selbe zu erreichen.

0

Sunny_Y (421)
02.04.2012 15:19

Antwort auf Zustimmung zu nicerienars Kommentar
sehe ich auch so, benutze auch die Öffis und habe meine Spritaufwände um 80% reduzieren können, ABER was hat das mit dem EU-Eklat zu tun, den die Fekter Mitzi ausgelöst hat????

1

Sunny_Y (421)
02.04.2012 12:55

Der wird sich aber freuen,
wenn sie jetzt seine Krankheiten auch noch international bekannt macht. Vom Schutz personenbezogener Daten hat sie wohl noch nie etwas gehört!

1

nicerianer (4)
02.04.2012 12:15

Rettungsschirm + "Lauschangriff"
hat der ab 1.April geltende "Lauschangriff" den Sinn herauszufinden wie weit man das "Fußvolk" denn noch belasten kann - mit Treibstofferhöhungen, Rettungsschirmerhöhungen, mit Vermögensbildung korrupter Politiker, die dann straffrei herumlaufen, Gelegenheit haben Beweise zu vernichten anstatt in U-Haft zu sitzen, und und und und.....
Man kann nur entsetzt sagen: "Quo vadis Österreich?"


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