Heute im Brennpunkt: Pfingstwetter | Pfingstverkehr
Lade Login-Box.
|
24.06.2012
"Part of the game"-Prozess
Zeuge belastet Scheuch schwer
Der FPK-Chef sagte weiters, dass er in dem bekannten Telefon-Gespräch das Prozedere zur Verleihung von Staatsbürgerschaften "ganz allgemein" erklärt habe (© APA)
Pünktlich um 9 Uhr begann der Prozess mit dem erwarteten Publikums- und Medienandrang. Die Korruptionsstaatsanwälte Eva Habicher und Eberhard Pieber werfen Scheuch Geschenkannahme durch Amtsträger vor. Der FPK-Chef soll 2009 von einem russischen Investor eine Spende für seine damalige Partei - das BZÖ - gefordert haben und im Gegenzug die österreichische Staatsbürgerschaft versprochen haben. Ein Urteil wird es laut Plan am 6. Juli geben.
+++ Strache nimmt Scheuch in Schutz +++
Zeuge: "Staatsbürgerschaft sehr wahrscheinlich"
Nach der Beschuldigteneinvernahme von Scheuch sagte als erster Zeuge Scheuchs damaliger Gesprächspartner, der die angeklagten Passagen auf einem Tonband aufgezeichnet hatte, aus. Er belastete den Angeklagten wie schon beim ersten Prozessdurchlauf schwer und bestätigte die Version der Anklage. Anschließend wurde das Tonband abgespielt.
Dem Politiker wird vorgeworfen, einem Russen eine Staatsbürgerschaft versprochen und im Gegenzug Geld für die Parteikasse verlangt zu haben (© APA)
Aufgenommen habe er das Gespräch rein zu Dokumentationszwecken. Die "fünf bis zehn Prozent", die Scheuch gefordert hatte, bezogen sich nach dem Verständnis des Zeugen auf die fünf Millionen. Das Wort "Förderung", sei in dem Gespräch mit Scheuch zwar nicht gefallen, er habe es aber schon so verstanden, dass öffentliche Mittel in Aussicht gestellt worden sein - "weil es bei ähnlichen Projekten auch so passiert ist". Das Geld für Scheuchs Partei sollte dann über den Umweg einer nicht näher genannten Werbeagentur fließen. Außerdem sagte Scheuch in dem Gespräch, dass man mit fünf Millionen 20 Millionen bewegen könne.
"Abstraktes, theoretisches Gespräch"
Leitet Prozess: Richterin Michaela Sanin (© Raunig)
In dem inkriminierten Gespräch hatte Scheuch laut Anklage "fünf bis zehn Prozent" einer Investitionssumme für die Partei gefordert. Wenn der Investor komme - dann sei die Staatsbürgerschaft "part of the game". Scheuch sagte, dass er in dem Gespräch das Prozedere zur Verleihung von Staatsbürgerschaften ganz allgemein erklärt habe.
Spende für die Partei "gewünscht"
Im Vorjahr war Scheuch bereits zu 18 Monaten, sechs davon unbedingt, verurteilt worden (© APA)
Scheuch hatte sich zuvor weiter nicht schuldig bekannt. Das machte Anwalt Dieter Böhmdorfer gleich zu Beginn seines Eröffnungsplädoyers am Montag am Landesgericht klar. Die Verteidigungslinie entspricht im Wesentlichen jener des ersten Prozessdurchlaufs. Damit räumte Böhmdorfer mit allen Spekulationen auf, wonach sich Scheuch in der Neuauflage seines Korruptionsprozesses geständig verantworten könnte, um einer unbedingten Haftstrafe zu entgehen. Die Staatsanwaltschaft forderte erneut die Verurteilung von Scheuch.
+++ Urteil gegen Uwe Scheuch aufgehoben +++
Ersturteil wegen Formalfehlers aufgehoben
Im Vorjahr war Scheuch bereits wegen eben dieses Vorfalls zu 18 Monaten, sechs davon unbedingt, verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Graz hatte das Urteil allerdings wegen eines Formalfehlers aufgehoben und an die erste Instanz zurückverwiesen. Richterin Michaela Sanin hat zwei Prozesstage ausgeschrieben. Es ist zu erwarten, dass es in diesem Prozess nicht nur um die versprochene Staatsbürgerschaft gehen wird, sondern auch um eine mögliche Förderung durch das Land, die Scheuch in dem Gespräch mit einem Mittelsmann des Russen in Aussicht gestellt hatte. Dieser Mittelsmann hatte das Gespräch auf Tonband aufgezeichnet.
+++ Darum wurde Scheuch verurteilt +++
Wie schon beim ersten Prozess fanden sich etliche führende FPK-Politiker - unter ihnen Landesrat Christian Ragger und einige Landtagsabgeordnete - im Gerichtssaal ein. Bis auf den letzten Platz war der Schwurgerichtssaal voll. Rund ein gutes Dutzend Foto- und Fernsehjournalisten belagerten bis Prozessbeginn den Richtertisch. Drei Minuten vor 9.00 Uhr traf auch der Angeklagte Uwe Scheuch mit versteinerter Miene im Gerichtssaal ein.
Verwandte Artikel
Rotlicht-Prozess in Wien
Prozess gegen Berlusconi
"Rocky" sagte aus
Ehefrau niedergestochen
Berufung zurückgezogen
NSU-Prozess
Geständnis vor Gericht
Rotlicht-Prozess
Paar verurteilt
Beim Auffliegen
Lebenslang für Täter
19-Jähriger eingewiesen
Aus Guatemala
Todesstrafe gefordert
Prozess gegen Rotlicht-Boss
Prototyp entwickelt
41 Tage, 39 Zeugen
Nicht rechtskräftig
Überraschende Wende
Bei Falschaussage-Prozess
Wiederaufnahme gescheitert
Prozess beginnt
Nicht rechtskräftig
"Komplott mit Ausländern"
Brutaler Überfall
Urteil rechtskräftig
Gesicht zerschnitten
Amanda Knox im Interview
22 Messerstiche
Radprofis "versorgt"
Berufungsverfahren
Er beteuerte Unschuld
Obwohl wieder erkannt
Richterin setzte Urteil aus
Selbstmordversuch
Murray wehrt sich
Pensionisten-Ehepaar gequält
Klage gegen Republik
Prozesstag Zwei
Nur 18 Monate bedingt
Nicht mehr anfechtbar
5.400,- Euro
Teilbedingte Haft
14-jähriges Martyrium
Auf 50 Jahre
Nicht rechtskräftig
Anschlag geplant
Prozess vertagt
Hundert Kandidaten
Beweislage zu dünn
PolitikHeute
TopHeute
Top gelesen |
7 Tage |
Top kommentiert |
MeinungHeute
Ted wird geladen, bitte warten...
QuickKlick
News |
Sport |
Stars |
Freizeit |
Impressum | AGB | Presse | Mediadaten | Kontakt