Salzburger Festspiele Politik

Politiker zahlen für Festspiel-Karten nicht

Politiker zahlen für Festspiel-Karten nicht

Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (links) und Kulturministerin Claudia Schmied (rechts) müssen für ihre Festspielkarten nichts zahlen, ihr Besuch fällt in die Kategorie "Repräsentationsaufgabe" (© FRANZ NEUMAYR (HBF))

Gabi Burgstaller und Claudia Schmied
Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (links) und Kulturministerin Claudia Schmied (rechts) müssen für ihre Festspielkarten nichts zahlen, ihr Besuch fällt in die Kategorie "Repräsentationsaufgabe"
Im Publikum der Salzburger Festspiele sitzen jedes Jahr auch zahlreiche Politiker. Nur wenige zahlen die Karten für Aufführung aus eigener Tasche, viele sehen im Festspiel-Besuch eine repräsentative Aufgabe oder werden durch Sponsoren eingeladen.

Beim Kulturhighlight des Jahres in Salzburg sind Politiker häufig gesehene Gäste. Einige davon zahlen ihre Karten selbst, wie etwa Maria Fekter. Die Finanzministerin gab vor kurzem bekannt, dass sie Karten für Kultur-Events seit 30 Jahren selbst bezahle.

Auch Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle zahlt eine Karte für "Die Schöpfung" selbst. Zum Konzert "Ouverture spirituelle", bei dem er einen Vortrag hält, wurde er hingegen eingeladen. Er reagierte im April sehr verärgert auf den seiner Meinung nach vorliegenden Generalverdacht gegen Politiker und verzichtete daher auf eine Teilnahme an den Eröffnungsfeiern der Festspiele in Bregenz und Salzburg.

+++ Das komplette Programm der Salzburger Festspiele +++

+++ Die Geheimtipps der Salzburger Festspiele +++

Karl: Wahrung von Repräsentationsaufgaben zulässig
Für Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) zählt der Besuch der Festspiele zu Repräsentationsaufgaben. In diesem Fall übernimmt das Ressort die Kosten. Beatrix Karl verteidigte ihren Besuch. Es sei im Korruptionsstrafrecht ausdrücklich verankert, dass die Wahrung von Repräsentationsaufgaben zulässig ist

Die Sponsoren der Salzburger Festspiele würden penibel darauf achten, wen sie einladen dürfen und wen nicht, erklärte Festspielpräsidentin Rabl-Stadler: "Ich will nicht in die Nähe jener kommen, die zwischen Gastfreundschaft und schwerer Korruption nicht unterschieden können" wird Rabl-Stadler von orf.at zitiert. Nur 0,9 Prozent der Karten stehen laut Rabl-Stadler Personen zur Verfügung, die zu den Festspielen eingeladen sind.

+++ Schräge Fakten zu den Salzburger Festspielen +++

Stadt Salzburg vorsichtiger als früher
Auch die Stadt Salzburg ist nun deutlich vorsichtiger. "Wir geben mindestens 80 Prozent unserer Karten zurück, seit es die strengen Corporate Governance Regelungen gibt", sagte Johannes Greifeneder, Sprecher der Stadt Salzburg. Die nicht benötigten Karten gehen in den regulären Kartenverkauf.

Auch der Salzburger Landesregierung stehen Karten zur Verfügung. Die Regierungsmitglieder können ein gewisses Kontingent ausschöpfen. Brauchen die Politiker die Karten nicht, sollten sie diese bis zu drei Tage vor Veranstaltungsbeginn zurückgeben, um sie noch regulär verkaufen zu können. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller erhält 24 Karten, ihre beiden Stellvertreter David Brenner und Wilfried Haslauer 16 Karten. Die übrigen Regierungsmitglieder erhalten acht Karten. Diese müssen nicht mit den Festspielen abgerechnet werden, da die Stadt Salzburg diese subventioniert.

Für die Gäste des Landes gibt es eine "Landes-Loge" im Großen Festspielhaus. In diese sind etwa die Ministerinnen Claudia Schmied und Gabriele Heinisch-Hosek, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Staatssekretär Wolfgang Waldner und die Landeshauptleute Josef Pühringer und Gerhard Dörfler eingeladen.

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1 Kommentar
Sax139 Veteran (954)

Antworten Link Melden 1 am 19.07.2012 16:08

zahlen die überhaupt was? Übernehmen ja eh alles wir!!! Bei uns daheim nennt man sowas Schmarotzer!!!!

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